30.01.2019

Psychische Erkrankungen: Rückgang bei Ausfalltagen - DAK-Gesundheit legt Analyse der Fehltage für 2018 vor

Erstmals seit 2006 sind die Fehltage im Job wegen psychischer
Erkrankungen leicht zurückgegangen: 2018 gab es 236 Fehltage je 100 Beschäftigte.
Das sind 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz dieses Rückgangs rangieren
Seelenleiden auf Platz drei beim Anteil am Gesamtkrankenstand des vergangenen
Jahres. Das zeigt die Krankenstands-Analyse der DAK-Gesundheit für das Jahr
2018. Die meisten Fehltage entfielen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen wie
beispielsweise Rückenschmerzen, gefolgt von Atemwegs- erkrankungen. Insgesamt
meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer im vergangenen Jahr etwas häufiger
krank als im Jahr zuvor: Der Gesamtkrankenstand stieg von 4,1 Prozent auf 4,2
Prozent. Hauptgrund für die vermehrten Krankmeldungen war die starke Grippewelle
zu Beginn des Jahres.

Psychische Erkrankungen hatten 2018 einen Anteil von 15,2 Prozent am Gesamtkranken-
stand. Die durchschnittliche Falldauer betrug 33,7 Tage. Unter den psychischen
Erkrankungen entfielen die meisten Fehltage auf Depressionen mit rund 93 Tagen
je 100 Versicherte - ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent.
Aufgrund von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen gab es
2018 rund 51 Fehltage je 100 Versicherte. Hier gab es einen leichten Anstieg um
vier Prozent.

Beim Blick auf die Geschlechter wird deutlich: Bei Frauen verursachten
psychische Erkrankungen 63 Prozent mehr Fehltage als bei Männern (298 zu 183
Ausfalltage je 100 Versicherte).

Insgesamt ließen sich mehr als die Hälfte der Fehltage 2018 auf drei Krankheitsarten
zurückführen: An erster Stelle standen Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-
Erkrankungen. Etwa jeder fünfte Fehltag wurde damit begründet(20,9 Prozent).
Danach folgten Atemwegserkrankungen mit 16 Prozent am Gesamtkrankenstand und
psychische Erkrankungen (15,2 Prozent). Insgesamt dauerte eine Krankschreibung
2018 im Schnitt 12,6 Tage - das sind 0,2 Tage weniger als im Vorjahr.
Und: Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer war gar nicht krankgeschrieben (51,4 Prozent).
Für die aktuelle Krankenstands-Analyse hat das Berliner IGES Institut die Daten
von rund 2,5 Millionen erwerbstätig Versicherten der DAK-Gesundheit für das Jahr
2018 ausgewertet.

Vergleich: Die wichtigsten Diagnosen beim Krankenstand in den Jahren 2018 und
2017

2018
1. Muskel-Skelett-System (20,9 Prozent)
2. Atmungssystem (16,0 Prozent)
3. Psychische Erkrankungen (15,2 Prozent)
4. Verletzungen und Vergiftungen (12,3 Prozent)
5. Verdauungssystem (5,0 Prozent)
6. Unspezifische Symptome (4,8 Prozent)
7. Infektionen (4,7 Prozent)
8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,6 Prozent)
9. Kreislaufsystem (4,2 Prozent)
10. Neubildungen (3,9 Prozent)

2017
1. Muskel-Skelett-System (21,8 Prozent)
2. Psychische Erkrankungen (16,7 Prozent)
3. Atmungssystem (15,4 Prozent)
4. Verletzungen und Vergiftungen (11,9 Prozent)
5. Verdauungssystem (5,0 Prozent)
6. Infektionen (4,7 Prozent)
7. Nervensystem, Augen, Ohren (4,5 Prozent)
8. Neubildungen (4,4 Prozent)
9. Kreislaufsystem (4,1 Prozent)
10. Unspezifische Symptome (4,1 Prozent)

AplusA-online.de - Quelle: DAK-Gesundheit