24.05.2017

Psychische Belastung am Arbeitsplatz systematisch aufspüren

Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung müssen Unternehmen
auch die psychischen Belastungsfaktoren im Betrieb checken. Wie man dabei am
besten vorgeht, erläutert die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und
Wohlfahrtspflege (BGW) in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins "BGW
mitteilungen".

Darüber hinaus informiert sie nun kompakt in zwei Internet-Rubriken über den
Umgang mit psychischer Belastung im Arbeitsleben und über die
Gefährdungsbeurteilung dazu. Ebenfalls neu im Angebot hat sie eine spezielle
Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in Kliniken.

Arbeitsbedingungen checken

In puncto psychische Belastung am Arbeitsplatz spielen sowohl individuelle als
auch strukturelle Aspekte eine Rolle. Letztere stehen bei der
Gefährdungsbeurteilung im Fokus. Hier kommen die Arbeitsbedingungen auf den
Prüfstand - nicht einzelne Beschäftigte.

Dazu sollten, wie die BGW in ihrem Magazin ausführt, fünf Themenbereiche
genauer untersucht werden:

> Arbeitsinhalte und Arbeitsaufgabe - zum Beispiel Handlungsspielräume, Verantwortung, Qualifikation, emotionale Inanspruchnahme
> Arbeitsorganisation - zum Beispiel Arbeitszeit, Arbeitsablauf, Kommunikation und Kooperation
> soziale Beziehungen - mit Kolleginnen und Kollegen wie mit Vorgesetzten
> Arbeitsumgebung - zum Beispiel Faktoren wie Lärm oder Ergonomie am Arbeitsplatz
> Arbeitsformen - Telearbeit, befristete Arbeitsverhältnisse und Ähnliches

Beschäftigte einbeziehen

Psychische Belastung lässt sich nicht objektiv messen und es gibt auch keine
Grenzwerte wie etwa bei Gefahrstoffen. Deshalb rät die BGW, die Beschäftigten
als Fachleute für ihre eigene Arbeitssituation in das Verfahren einzubeziehen.
"Ihre Beteiligung trägt auch dazu bei, den Praxisbezug und die Akzeptanz von
Maßnahmen zu erhöhen", heißt es dazu in den "BGW mitteilungen". Die Erfahrung
zeige, dass in der Regel pragmatische und konstruktive Vorschläge von den
Mitarbeitenden und den betrieblichen Interessenvertretungen kommen.

Weiter informiert der Magazinbeitrag darüber, worauf es für eine erfolgreiche
Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung noch ankommt und welche
Unterstützungsangebote es gibt. Ergänzend werden Praxiserfahrungen aus
Betrieben geschildert.

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AplusA-online.de - Quelle: Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)