17/10/2017

Preisverleihung zum Wettbewerb "Unterwegs - aber sicher!"

VDSI und DVR zeichnen gute Ideen für betriebliche Verkehrssicherheit aus

Zum dritten Mal suchten der VDSI - Verband für Sicherheit, Gesundheit und
Umweltschutz bei der Arbeit und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) nach
innovativen Konzepten, die das Unfallrisiko auf dem Arbeitsweg, dem Schulweg
oder beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr senken. Jetzt stehen die
Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs "Unterwegs - aber sicher!" fest.
Platz eins belegte die SAP SE, Platz zwei ging an die wuidi GmbH, Dritter wurde
das Unternehmen LSG Sky Chefs. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten
außerdem die Chance, eines von zehn Fahrsicherheitstrainings zu gewinnen.

Die Preisverleihung fand im Rahmen der A+A in Düsseldorf statt. Die drei
Gewinnerteams konnten sich über Preisgelder von insgesamt 6.000 Euro freuen.
Eine Fachjury, bestehend aus Fachleuten des VDSI und des DVR sowie aus
Industrie und Medien, hatte sie unter allen Einreichungen ausgewählt.
Entscheidende Kriterien waren neben der Schutzwirkung auch Nachhaltigkeit,
Effizienz und Kreativität der Projekte.

Beide Verbände zogen eine positive Bilanz: "Die Fachjury war der Meinung, dass
die drei ausgewählten Gewinnerprojekte die Vorgaben des Wettbewerbs ganz
besonders gut erfüllen - und das, obwohl sie so unterschiedlich sind.
,Unterwegs - aber sicher!‘ zeigt also einmal mehr, wie vielfältig Maßnahmen zur
betrieblichen Verkehrssicherheit sein können", so Prof. Dr. Rainer von
Kiparski, Vorstandsvorsitzender des VDSI.

"Unser gemeinsamer Wettbewerb hat ein ambitioniertes Ziel und zwar die
Strategie der Vision Zero weiter in der Fachöffentlichkeit zu verankern. Die
Verkehrssicherheit ist hierbei ein überaus bedeutender Baustein", sagte Kay
Schulte, Referatsleiter Unfallprävention - Wege und Dienstwege beim DVR.

Die Gewinnerinnen und Gewinner 2017

Erster Platz: "Bike to work month", SAP SE, Walldorf
2016 gab es bei SAP in Deutschland erstmals mehr meldepflichtige Fahrradunfälle
als Autounfälle. Daher setzte das Team Occupational Safety Germany zahlreiche
Aktionen zum Thema "Sicher Fahrradfahren" um. Das seit 5 Jahren stattfindende,
globale Projekt der SAP "Bike to work" wurde 2016 als Anlass genutzt, einen
besonderen Fokus auf die Verkehrssicherheit als wichtigen Beitrag zur
Gesundheit und Nachhaltigkeit bei dem größten europäischen Softwarehersteller
zu legen. Ziel ist es, Fahrradunfälle bei SAP zu vermeiden. Hierbei geht es um
eine nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur inner- und außerhalb des
Firmengeländes sowie um eine gezielte Schulung der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter rund um das Thema Fahrradfahren. Zu den Maßnahmen gehören unter
anderem Fahrradsicherheitstrainings, der Einsatz von Tourguides, die den
Beschäftigten sichere Arbeitswege aufzeigen sowie kostenlose Fahrrad-Check-ups.

Zweiter Platz:"wuidi - Gemeinsam Wildunfälle vermeiden", wuidi GmbH, Leiblfing
Alle zwei Minuten verursacht ein Wildtier auf Deutschlands Straßen einen
Unfall. Der jährliche Versicherungsschaden von Wildunfällen beläuft sich dabei
auf über 650 Millionen Euro. Um die Unfallzahl zu senken, riefen die drei
Gründer Alfons Weinzierl, Alexander Böckl und Jozo Lagetar wuidi ins Leben.
Dieser digitale Wildwarner warnt Autofahrerinnen und Autofahrer bei der Fahrt
durch Gefahrengebiete mit erhöhtem Wildwechsel, erstmals orts- und
zeitabhängig. Die Warnung erfolgt entweder über eine App oder mittels
Bluetooth-Kopplung direkt über das Automobil. Dank eines Hintergrundmodus ist
keine Bedienung während der Fahrt notwendig und wuidi kann problemlos im
Straßenverkehr eingesetzt werden. Kommt es dennoch zu einem Wildunfall, hilft
die App bei der effizienten Abwicklung. Der Präventionsansatz setzt beim
Menschen an, nicht beim Wildtier. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern, wie dem
Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr, der Bayerischen
Polizei und der Technischen Hochschule Deggendorf konnte das Projekt in Bayern
erfolgreich in den Markt eingeführt werden. Mittlerweile wurde die Plattform für
Deutschland, Österreich und die Schweiz freigeschaltet: Jäger im gesamten DACH-Raum
können nun für ihr Revier Gefahrenabschnitte mit erhöhtem Wildwechsel einpflegen.
Diese Informationen bedingen eine Warnung durch die App für die Autofahrerin
bzw. den Autofahrer.

Dritter Platz: "Konzeptänderung Catering-Hubwagen", LSG Sky Chefs,
Frankfurt/Main
LSG Sky Chefs ist das Catering-Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG.
Mit einem Marktanteil von weltweit 20 Prozent ist sie der zweitgrößte Anbieter
von Bordverpflegung. Zum Catern von Flugzeugen werden spezielle Hubwagen
genutzt. Der Hubwagenfahrer muss beim Beladen häufig zwischen der
Arbeitsplattform und dem Fahrerhaus wechseln. Dieser Prozess stellt die
häufigste Unfallursache bei dieser Mitarbeitergruppe dar. Bei der Konstruktion
bzw. Beschaffung neuer Fahrzeuge war der Aspekt des Ein- und Aussteigens
wesentlich bei der Auswahl des Chassis. Für den Wechsel zwischen Fahren und
Beladen ist nun keine Treppe oder Leiter mehr notwendig; es ist lediglich ein
Plattformwechsel vorgesehen. Der Ein- und Ausstieg wird über eine deutlich
breitere Treppe mit größerer Auftrittsfläche realisiert. Die Umsetzung dieser
Veränderungen konnte im Rahmen der Neugestaltung der Hubwagen kostenneutral
umgesetzt werden. Pro Jahr können durch diese Modifizierung bis zu 18 Unfälle
vermieden werden.

AplusA-online.de - Quelle: VDSI - Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e.V.