20.09.2017

Optische Strahlenbelastung beim Schweißen einfach beurteilen

Schweißen: eine Technik mit jahrhundertealter Tradition, die sich stetig
weiterentwickelt. Zu den am häufigsten verwendeten Schweißtechniken gehört das
Lichtbogenschweißen. Dieses Verfahren setzt jedoch ein hohes Maß an optischer
Strahlung frei. Ohne angemessene Schutzmaßnahmen kann sie die Gesundheit der
Beschäftigten schädigen. Um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten an
Schweißarbeitsplätzen zu schützen, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und
Arbeitsmedizin (BAuA) die optische Strahlenbelastung beim Schweißen untersucht.
Aus den Ergebnissen wurden Emissionsmodelle abgeleitet. Mit ihnen lässt sich
die Gefährdungsbeurteilung an Arbeitsplätzen von Schweißern vereinfachen. Der
nun erschienene baua: Bericht "Optische Strahlenbelastung beim Schweißen -
Erfassung und Bewertung" fasst die Ergebnisse zusammen.

Beim Lichtbogenschweißen tritt optische Strahlung im ultravioletten, sichtbaren
und infraroten Wellenlängenbereich auf. Diese übersteigt beim Schweißvorgang so
gut wie immer die vom Arbeitsschutz vorgeschriebenen Grenzwerte. Zudem hat sich
die Schweißtechnik in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Gerade
bei einigen modernen Schweißtechniken kann besonders intensive ultraviolette
und sichtbare optische Strahlung auftreten, von der ein großes gesundheitliches
Risiko ausgeht. Um die Strahlenbelastung am Schweißarbeitsplatz möglichst genau
beurteilen zu können, hat die BAuA gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsschutz
der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung die Strahlungsemission beim
Schweißen untersucht. Im Rahmen des Projektes erstellten die Forschenden eine
umfassende Datengrundlage und bewerteten diese komplett neu. Aus den
Ergebnissen konnten Emissionsmodelle entwickelt werden. Sie ermöglichen, die
optische Strahlenbelastung ohne vorherige Messungen rechnerisch zu bestimmen.
Zu den wesentlichen Größen, die in die Berechnung einfließen, gehören die Schweißstromstärke,
die Schweißspannung und der Werkstoff.

Die Neubewertung der optischen Strahlenbelastung an Schweißarbeitsplätzen und
in deren Umfeld verbessert den Schutz vor optischer Strahlung. Zum einen
erleichtern die Emissionsmodelle die Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz.
Zum anderen liefert der Forschungsbericht eine fundierte aktuelle Datenbasis
der optischen Strahlungsemission bei verschiedenen Schweißverfahren.

Zum Bericht im PDF-Format


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)