14.06.2013

Oberfläche von Nanomaterialien entscheidet über ihre Wirkung

Ob und wie Nanomaterialien die Gesundheit beeinträchtigen, hängt nicht nur von
deren Größe, sondern auch von der Gestaltung ihrer Oberfläche ab. Dies ist eine
wichtige Erkenntnis der Abschlusskonferenz des Verbundprojektes
"Nanostrukturierte Materialien - Gesundheit, Exposition und
Materialeigenschaften" (nanoGEM) im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am
12. und 13. Juni in Berlin. Nach den Ergebnissen von nanoGEM, an dem die
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beteiligt war,
bedeutet "Nano" nicht automatisch auch toxisch. Neben der Größe sind noch viele
weitere Faktoren dafür verantwortlich, ob ein Material gesundheitsschädigende
Wirkungen hat oder nicht.

nanoGEM liefert wichtige Erkenntnisse zur Identifizierung von Eigenschaften der
Nano-Teilchen. Sind diese Eigenschaften identifiziert und klassifiziert,
vereinfacht das die notwendigen Risikobeurteilungen deutlich und für die
Risikobewertung sind Gruppierungen auf der Basis bestimmter
physikalisch-chemischer Eigenschaften möglich. Solche Kriterien können dann
auch bei der Entwicklung von neuen Nanomaterialien berücksichtigt werden, um
ihren Einsatz sicherer zu gestalten.

16 verschiedene Nanopartikel hat das Projekt in umfassenden toxikologischen
Untersuchen überprüft. So wurde untersucht, was mit den verschiedenen
Nanopartikeln passiert, wenn sie eingeatmet oder verschluckt werden und wie sie
sich im Körper verteilen und verhalten. Testsubstanzen waren Siliziumdioxid
(SiO2) und Zirkoniumdioxid (ZrO2), die beispielsweise in Lacken eingesetzt
werden, um ihre Kratzfestigkeit zu erhöhen. Auch Silberpartikel (Ag) waren im
Visier. Sie kommen in Drucktinten für die Solartechnik zum Einsatz. Untersucht
wurden dabei erstmals nicht nur die reinen Partikel, sondern auch so genannte
funktionalisierte Partikel. Bei diesen werden Moleküle auf der Oberfläche der
Partikel gebunden, um beispielsweise die Verarbeitbarkeit, Löslichkeit oder
Stabilität der Produkte zu erhöhen.

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)