24/05/2017

Neue Regeln beim Handel mit giftigen Gefahrstoffen

Die Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV) stellt neue Anforderungen an
Einzelhändler wie Baumärkte sowie Groß- und Versandhändler. Händler sollten
sich umgehend mit den Neuerungen vertraut machen, raten die
Chemikalien-Experten von DEKRA. Vor allem die Anforderungen an die Sachkundigen
sind gestiegen.

Die Chemikalien-Verbotsverordnung regelt die Abgabe von besonders gefährlichen
und giftigen Produkten. Durch die Umsetzung der Einstufung nach CLP war die
bisherige Verordnung seit Juni 2015 de facto nicht mehr anwendbar. Die
überfällige Novelle wurde im Januar 2017 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Änderungen gibt es vor allem im Bereich der Produkte, die eine Einstufung als
CMR (krebserzeugend, mutagen, fortpflanzungsgefährdend) oder STOT (spezifische
Zielorgantoxizität) haben. Beispielsweise fallen die MDI-haltigen Bauschäume
(Kennzeichnung R40) jetzt nicht mehr unter die Verordnung, dafür einige
styrolhaltige 2K-Spachtelmassen (Kennzeichnung H372). Darüber hinaus wurden
einige Sprengstoffausgangsstoffe aus der Verordnung herausgenommen, da für
diese Stoffe bereits die EU-Verordnung Nr. 98/2013 mit weitergehenden
Anforderungen gilt.

Händler, die von der ChemVerbotsV geregelte Produkte verkaufen, müssen bei der
Behörde eine Erlaubnis beantragen. Darüber hinaus müssen Sie bei der Abgabe
eine genau vorgeschriebene Dokumentation anlegen und sie müssen auch über einen
Sachkundigen nach §11 ChemVerbotsV verfügen. Versandhändler, die ausschließlich
gewerbliche Kunden bedienen, können auch auf einen externen Sachkundigen
zurückgreifen.

Auch bei der Qualifikation der Sachkundigen gibt es Änderungen. Zukünftig
müssen Sachkundige regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen, um
ihre Qualifikation aufrecht zu erhalten.

Weitere Infos


AplusA-online.de - Quelle: DEKRA