21.11.2017

Neue Arbeitsschutz-Umfrage zeigt: Erhebliche Sicherheitsrisiken für Mitarbeiter am Arbeitsplatz

Eine neue internationale Umfrage im Auftrag von CWS-boco zum Thema
Arbeitsschutz bringt gravierende Sicherheitsmängel zum Vorschein. Das Waschen
und Instandhalten ihrer Schutzkleidung wird den Mitarbeitern meist selbst
überlassen, wodurch eine falsche Handhabung begünstigt wird. Hinzu kommt, dass
viele Arbeitnehmer aus Bequemlichkeit Kompromisse beim Thema Sicherheit
eingehen und Unternehmen, laut Arbeitnehmer, Produktivität über Sicherheit
stellen. Besonders besorgniserregend: Befragt wurden ausschließlich Mitarbeiter
mit Tätigkeiten, bei denen Arbeitsschutz eine wichtige Rolle spielt.

Zur Umfrage

Im Juli 2017 führte net-request im Auftrag von CWS-boco, einem führenden
Anbieter von Berufs- und Schutzkleidung im Mietservice, eine internationale
Arbeitsschutz-Umfrage durch. In der Online-Umfrage wurden 1.000 Arbeitnehmer
zwischen 20 und 60 Jahren in den Ländern Deutschland, Schweiz, Belgien und
Polen befragt. In Deutschland waren es 400 Personen, in den anderen Ländern
jeweils 200 Personen. Die Befragten arbeiten in Tätigkeitsfeldern, in denen
Arbeitsschutz eine bedeutende Rolle spielt.

Top-Ergebnisse für Deutschland:

- 63 Prozent müssen ihre Berufskleidung selbst waschen, was potentielle Risiken
birgt.

- 68 Prozent der Befragten gehen Kompromisse bei ihrer Sicherheit am Arbeitsplatz
ein.

- 44 Prozent der Arbeitnehmer lassen auch mal notwendige Teile ihrer
Schutzausrüstung weg.

- Ältere Arbeitnehmer nehmen Arbeitsschutz ernster als jüngere.

- 52 Prozent finden, dass in ihrem Unternehmen Produktivität über Sicherheit
steht.

- Nur 53 Prozent geben hingegen an, dass die Einhaltung der
Sicherheitsvorschriften an ihrem Arbeitsplatz regelmäßig kontrolliert wird.


Mangelnde Kontrollen

Bereits bei der regelmäßigen Kontrolle der Vorschriften werden erste Defizite
deutlich. Nur bei 57 Prozent der Befragten wird die Einhaltung der
Sicherheitsvorschriften mindestens alle zwei Monate kontrolliert. Im
Ländervergleich schneidet Deutschland mit nur 53 Prozent am schlechtesten ab.
45 % der Mitarbeiter sagen zudem aus, ihr Chef habe ihnen Anweisungen für
Tätigkeiten gegeben, die nicht sicher seien.


Komfort vor Sicherheit

Sicherheitsvorschriften zu beachten, scheint für einige Mitarbeiter eine Bürde
zu sein. Fast zwei Drittel der Arbeitnehmer geben an, Kompromisse bei ihrer
Sicherheit einzugehen, um sich das tägliche Arbeiten zu erleichtern. 44 Prozent
der Arbeitnehmer lassen auch mal notwendige Teile ihrer Schutzausrüstung, wie
Schutzbrille, Handschuhe oder Helm weg. So arbeitet es sich bequemer, doch
gehen die Mitarbeiter dadurch ein Sicherheitsrisiko ein. In Polen sind es nur
28 Prozent.

Im Altersvergleich fällt auf: Je jünger die Befragten, desto wahrscheinlicher,
dass sie manchmal Teile der Schutzausrüstung weglassen. Die Hälfte der
Befragten zwischen 20 und 29 Jahren verzichtet ab und zu auf Komponenten ihrer
Schutzausrüstung, bei den 50 bis 60-Jährigen sind es nur 31 Prozent.


Selbst gewaschene Schutzkleidung als Sicherheitsrisiko

Eine Professionelle Schutzausrüstung (PSA) ist bei vielen Berufen wie
Schweißern, Elektriker, im Bauhandwerk oder auch bei Lagerarbeitern Vorschrift.
Ganze 57 Prozent der Befragten, in Deutschland sogar 63 Prozent, müssen ihre
Berufskleidung jedoch selbst waschen. Mitarbeiter werden somit mit der Pflege
ihrer Kleidung alleine gelassen. Dies stellt bei Schutzkleidung ein
Sicherheitsrisiko dar. So kann beispielsweise Hitze- und Flammschutzkleidung
nach dem Waschen mit Weichspüler entzündbar sein. Auch die Leuchtkraft der
Reflektoren geht bei nicht sachgemäßem Waschen früher verloren und kann nicht
fachgerecht kontrolliert werden. Laut Umfrage, wird bei 24 Prozent der
Arbeitnehmer die Kleidung nicht regelmäßig überprüft, in Deutschland bei 25
Prozent der Befragten. "Die richtige Ausrüstung und deren Pflege sollte nur in
professionelle Hände gegeben werden. Dies betrifft vor allem die Kontrolle und
Instandhaltung der Schutzfunktionen der Kleidung", erklärt Werner Münnich,
PSA-Experte bei CWS-boco.

Die EU Arbeitsschutz-Richtlinie 89/656/EWG besagt, dass Unternehmen
sicherstellen müssen, dass ihre PSA den aktuellen Anforderungen entspricht. Die
Schutzfunktionen müssen regelmäßig kontrolliert und der maximale Lebenszyklus
der Kleidung überwacht und eingehalten werden. "Wenn 63 Prozent selbst für das
Waschen ihrer Berufskleidung verantwortlich sind, dann gehe ich davon aus, dass
bei einem Großteil die Schutzkleidung nicht sachgemäß geprüft und instand
gehalten wird", so Münnich.


Kostenfaktor Sicherheit

Auf die Frage, warum die Kleidung nicht regelmäßig überprüft, instandgehalten
oder erneuert wird, gaben 53 Prozent der Befragten an, dass ihrer Meinung nach
Kosten der ausschlaggebende Faktor für eine fehlende professionelle Pflege der
Berufskleidung sind. 52 Prozent der deutschen Arbeitnehmer finden zudem, dass
in ihrem Unternehmen Produktivität über Sicherheit steht.

AplusA-online.de - Quelle: CWS-boco Deutschland GmbH