21.09.2017

Mythos Evakuierungshelfer - Clevere Geschäftsidee um einen alten Hut

Zurzeit macht eine neue Geschäftsidee privater Schulungsanbieter Furore und so
manchen Arbeitgeber unsicher: Sie bieten Betrieben kostenpflichtige Kurse an,
in denen Beschäftigte zu Evakuierungshelfern ausgebildet werden. Ist es
überhaupt notwendig, dass Betriebe speziell ausgebildete Evakuierungshelfer
haben? Die Brandschutzexperten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(DGUV) sagen Nein (siehe unten).

BGN-Brandschutzexperte Gerhard Sprenger erklärt:"Natürlich müssen Arbeitgeber
sich Gedanken zur Evakuierung ihrer Betriebsstätte(n) machen, genauso wie sie
Maßnahmen zur Ersten Hilfe und zum Brandschutz treffen. Sie müssen sich also
darum kümmern, dass im Notfall alle in der Betriebsstätte sofort alarmiert
werden, und dass alle wissen, wie sie sicher nach draußen gelangen. Über die
allen bekannten Flucht- und Rettungswege bis hin zur Sammelstelle."

Sprenger empfiehlt, den Evakuierungsablauf im Rahmen einer betrieblichen
Unterweisung konkret zu trainieren. Sinnvoll ist zudem, einige Mitarbeiter zu
benennen, die im Notfall an Aufzügen und Treppen Anweisungen geben. Bei jeder
Evakuierung muss auch geklärt werden, ob z. B. Kunden, Besucher und auf Hilfe
angewiesene Beschäftigte Unterstützung brauchen. Auch diese Hilfe muss
sichergestellt werden. Sprenger: "All das geht in der Regel ohne spezielle
kostenpflichtige Ausbildung zum sogenannten ‚Evakuierungshelfer‘."

DGUV-Information mit Stellungnahme der Brandschutzexperten


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN)