27/06/2018

Mit gutem Beispiel voran: Führungskräfte sollten auch in Sachen Sicherheit und Gesundheit Vorbild sein

Den anderen sagen, wie es geht, aber sich selbst nicht daran halten?
Das sollten Führungskräfte lieber nicht tun - gerade wenn es um die Sicherheit und
Gesundheit bei der Arbeit geht. Darauf weisen die Berufsgenossenschaften und
Unfallkassen im Rahmen ihrer Präventionskampagne kommmitmensch hin. Denn nur wer
selbst ein Vorbild ist, baut Gesundheitsrisiken ab und sorgt so für mehr Sicherheit
und Gesundheit im Betrieb.

Wer führt, trägt Verantwortung
Führungskräfte müssen dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten sicher und gesund
arbeiten. "Das gelingt am besten, wenn es ganz selbstverständlich ist, auf die
Sicherheit und Gesundheit im Betrieb zu achten", sagt Dr. Marlen Cosmar,
Diplom-Psychologin am Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen
Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG). "Das ist letztlich eine Frage der Kultur
im Unternehmen." Führungskräfte könnten entscheidend dazu beitragen, dass eine
solche Kultur entstehe - zum Beispiel indem sie Sicherheit und Gesundheit immer
wieder zum Thema machten: "Das kann bei Besprechungen oder Unterweisungen der
Fall sein. Auch ein Lob für sicheres und gesundes Arbeiten oder Hinweise auf
mögliche Gefahrenquellen beim Rundgang durch den Betrieb zeigen: Sicherheit und
Gesundheit sind für mich als Führungskraft wichtig."

Vorbild sein
Natürlich müssen Führungskräfte auch mit gutem Beispiel vorangehen. "Sind
Führungskräfte beispielsweise immer die Ersten und Letzten im Betrieb,
überträgt sich das auch auf die Beschäftigten. Sie bekommen das Gefühl,
ebenfalls Überstunden ableisten zu müssen und können dann nicht mehr guten
Gewissens pünktlich nach Hause gehen", so Cosmar. Aus dieser Erwartungshaltung
entstehe dann Stress. Vorbilder sind Führungskräfte auch, indem sie
vorgeschriebene Schutzausrüstung tragen und geltende Sicherheitsregeln
beachten. Von den Beschäftigten sollten sie ein solches Verhalten auch immer
wieder aktiv einfordern.

Beschäftigte aktiv beteiligen
Doch Führungskräfte können noch mehr tun: Sie können ihre Beschäftigten dazu
anregen, selbst aufmerksam für Sicherheit und Gesundheit zu sein und eigene
Vorschläge für Verbesserungen einzubringen. "Wenn jemand im Unternehmen über
eine Schwelle stolpert", so Cosmar "ist die erste Reaktion oft: 'Selber schuld.
Hätte sie oder er mal besser aufgepasst'. Danach passiert oft nichts." Viel
besser wäre es aber, wenn genau aus diesem Erlebnis der Vorschlag entstehen
würde, doch einmal systematisch nach möglichen Stolperstellen im Unternehmen zu
suchen und diese zu beseitigen. Denn wer bereits solche kleinen Warnhinweise
ernst nimmt, kann die Gefahr für Unfälle an diesen Stellen senken. Cosmar:
"Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit haben auch viel damit zu tun, wie
stark sich die Beschäftigten einbringen. Und das können Führungskräfte
entscheidend beeinflussen."

Sicher und gesund führen - aber wie? - Die Broschüren geben Tipps für
Führungskräfte und ist über die Webseite kommmitmensch.de der
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen abrufbar.

Broschüren downloaden


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)