21.09.2011

Mit dem Chef als Partner sind Mitarbeiter gesünder

Mehr Einsatz für die Mitarbeiter, mehr Feedback und öfter mal ein Lob für gute
Arbeit - das wünschen sich Beschäftigte von ihrer Führungskraft. Dieser
Einsatz lohnt sich, bestätigt der aktuell veröffentlichte Fehlzeiten-Report
2011. Danach haben Mitarbeiter, die von ihren Führungskräften gut informiert
werden und Anerkennung erfahren, weniger gesundheitliche Beschwerden und
identifizieren sich häufiger mit ihrem Unternehmen. Das erhöht auch den
Unternehmenserfolg. "Doch viele Chefs verhalten sich nicht entsprechend.
Selbst kleine Selbstverständlichkeiten, wie ein Lob bei guter Leistung,
erhalten mehr als die Hälfte der Mitarbeiter nicht von ihrem Chef", so Helmut
Schröder, Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports 2011, der vom
Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) in Kooperation mit der Universität
Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin publiziert wird.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Fehlzeiten-Reports steht die "Führungsaufgabe
Gesundheit" - dazu wurden auch Mitarbeiterbefragungen von 147 Unternehmen mit
insgesamt 28.223 Teilnehmern analysiert. Demnach nehmen 54,5 Prozent der
befragten Mitarbeiter Lob von ihrem Vorgesetzten nur selten bzw. nie wahr. 41,5
Prozent sagen aus, dass ihre Meinung vom Vorgesetzten bei wichtigen
Entscheidungen nicht beachtet würde. Gleichzeitig ist jedoch mehr als ein
Drittel (35,5 Prozent) der Befragten überzeugt, dass durch mehr Einsatz des
Vorgesetzten für die Mitarbeiter die gesundheitliche Situation am Arbeitsplatz
verbessert werden kann.

Doch auch die Führungskräfte selbst stehen unter Druck. Vor allem in unteren
und mittleren Führungsebenen leiden sie unter starkem Zeitdruck und hoher
Arbeitsdichte. So gaben Führungskräfte in einer im Fehlzeiten-Report
vorgestellten Befragung an, nur an durchschnittlich 4,8 Tagen im Jahr krank
gewesen zu sein. Andere Erhebungen zeigen hingegen, dass Führungskräfte im
Gegenzug an 8,3 Tagen trotz Krankheit zur Arbeit gehen und sich bei Krankheit
nicht angemessen erholten oder zu früh an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten.

Darüber hinaus informiert der Report über die Ausfalltage der deutschen
Wirtschaft insgesamt: Obwohl der Krankenstand 2010 im Vergleich zum Vorjahr bei
4,8 Prozent stagniert, hat die Zahl der Krankheitstage erneut leicht
zugenommen. Ein Trend, der sich auch im ersten Halbjahr 2011 fortsetzt. Im
Durchschnitt dauerte 2010 eine Arbeitsunfähigkeit 17,6 Tage. Die Daten basieren
auf den Fehlzeiten der mehr als 10 Millionen bei der AOK versicherten
Erwerbstätigen. Die meisten Krankheitstage entfielen 2010 auf die Gruppe der
Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2 Prozent). Darauf folgen akute
Verletzungen (12,9 Prozent), Atemwegserkrankungen (12 Prozent) und psychische
Erkrankungen (9,3 Prozent). Der Trend der Zunahme psychischer Erkrankungen
setzt sich nach wie vor fort: Im Vergleich zum Vorjahr sind die
Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund dieser Erkrankung um 0,7 Prozentpunkte
angestiegen.

Weitere Informationen auf den WIdO-Internetseiten.

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO)