21.03.2019

Mehr Schutz vor Kopfverletzungen - BG BAU fördert Schutzhelme mit Kinnriemen

Immer wieder tragen Beschäftigte bei Arbeitsunfällen schwere oder sogar
tödliche Kopfverletzungen davon, obwohl sie mit Schutzhelmen ausgestattet sind.
Grund: Wenn der Unfall geschieht, fehlt der Schutz, weil der Helm verrutscht
oder bei einem Sturz abgefallen war. "Deshalb fördern wir mit unseren
Arbeitsschutzprämien Helme mit Vier-Punkt-Kinnriemen. Dadurch können die
Unfallfolgen erheblich vermindert werden", sagte Bernhard Arenz, Leiter der
Hauptabteilung Prävention der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU).

Durch eine Gefährdungsbeurteilung sollen vorausschauend Gefahren erkannt und
durch Schutzmaßnahmen abgestellt werden bevor sie die Gesundheit der
Beschäftigten schädigen können. So müssen überall dort Schutzhelme getragen
werden, wo sich die Beschäftigten den Kopf stoßen können, etwa auf Baugerüsten.
Risiken für den Kopf können auch pendelnde oder wegfliegende Gegenstände beim
Gebrauch von Werkzeugen sein. Weitere Unfallursachen sind herabfallende Teile
wie Schrauben, Steine oder Gerüstteile. Schon ein kleines Werkzeug von 300
Gramm erreicht durch die Geschwindigkeit beim Fall aus zehn Metern Höhe die
gleiche Aufprallenergie wie ein 15 Kilo-Brocken aus einer Höhe von 20
Zentimetern.

"Deshalb ist die Arbeit auf der Baustelle ohne Schutzhelm leichtfertig und hat
oft tragische Folgen", betonte Arenz. Zudem entstehen zusätzliche Gefahren für
den Kopf, wenn Berufstätige ihre Helme verlieren, weil sie etwa in gebeugter
Haltung arbeiten und so ihren Schutz gegen Stöße oder fallende Objekte verlieren.
Eine weitere Unfallursache ist es, wenn der Helm beim Stolpern oder Rutschen
abfällt und die Betroffenen mit ihrem Kopf beim Fallen oder beim Aufprall auf
dem Boden anschlagen. Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht solche Risiken.
So verzeichnete die BG BAU im Jahr 2017 fast 6.500 Arbeitsunfälle mit Kopf-
verletzungen. Außerdem geht die BG BAU von einer hohen Dunkelziffer kleinerer
Unfälle aus, die nicht meldepflichtig sind, weil sie nicht zu Ausfallzeiten
führen.

Insgesamt wären viele Unfälle glimpflicher ausgegangen, wenn die Betreffenden
einen Schutzhelm mit geschlossenem Kinnriemen getragen hätten. "Die von der BG
BAU geförderten Helme haben einen Vier-Punkt-Kinnriemen, bieten einen erhöhten
Tragekomfort und bleiben im Falle eines Falles dort, wo sie hingehören - auf
dem Kopf", erklärte Arenz. Allerdings erfülle ein einfacher Bergsteigerhelm
nicht die für Baustellen notwenigen Anforderungen. Vielmehr müsse darauf
geachtet werden, dass die eingesetzten Helme für die Baustellenarbeit geeignet
sind. Das heißt, sie müssen nach der Norm für Industrieschutzhelme EN 397
gefertigt sein.

Überall, wo es Gefahren für die Köpfe der Beschäftigten gibt, sind Arbeitgeber
in der Pflicht, Arbeitsschutzhelme bereit zu stellen. Die Anschaffung geeigneter
Helme fördert die BG BAU für gewerbliche Mitgliedsunternehmen durch ihre
Arbeitsschutzprämien.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)