06.09.2016

Mehr Arbeitsstunden und weniger Unfälle - Gesetzliche Unfallversicherung zieht positive Bilanz

Das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist im vergangenen Jahr noch
einmal gesunken - und das, obwohl die Beschäftigung weiter zugenommen hat. Es
wurden 1,5 Prozent mehr Arbeitsstunden geleistet als im Vorjahr, gleichzeitig
sank die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle pro einer Million
Arbeitsstunden um fast zwei Prozent auf 14. In Zahlen waren das 866.056. Das
sind rund 21,9 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeiter, 1,3
Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Zahlen gehen aus den Geschäfts- und
Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die
ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, heute in Berlin
vorgelegt hat. 470 Menschen starben infolge eines Arbeitsunfalls, 13 weniger
als im Vorjahr. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle ist 2015 hingegen um
2,84 Prozent auf 179.181 gestiegen. 348 endeten tödlich, das sind 26 mehr als
im Vorjahr.

"Auch bei steigender Beschäftigung, sind die Unfallzahlen auf ein neues
Rekordtief gesunken. Nur zum Vergleich: Vor zwanzig Jahren geschahen je
Arbeitsstunde noch etwa doppelt so viele Unfälle wie heute. Dieser konstante
Rückgang ist bemerkenswert", sagt Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). "Die Arbeitsbedingungen in
Deutschland werden immer sicherer. Dafür spricht auch die Tendenz, dass nicht
nur die Zahl der meldepflichtigen, sondern auch die der schweren Unfälle
abnimmt."

Berufskrankheiten

Erst seit dem 1. Januar 2015 steht der weiße Hautkrebs durch UV-Strahlung auf
der Berufskrankheitenliste. Seither erhielten Berufsgenossenschaften und
Unfallkassen bereits 5.531 Verdachtsanzeigen. "Volkskrankheiten wie der weiße
Hautkrebs stellen uns vor besondere Herausforderungen", so Breuer: "Wann ist
ein Hautkrebs durch die Arbeit im Freien verursacht und wie lässt sich das
feststellen? Bei diesen Fragen soll uns auch die GENESIS-Messkampagne zur
UV-Belastung bei Arbeit im Freien weiter helfen. Ungeachtet dessen gilt aber
für alle Menschen, die draußen arbeiten: Schützen Sie sich vor UV-Strahlen!
Priorität haben technische und organisatorische Maßnahmen, also Sonnendächer
oder -Segel oder eine Verlagerung der Arbeitszeit. Wenn das nicht möglich sein
sollte, kommen persönlichen Schutzmaßnahmen wie langärmlige Kleidung und
Sonnenhut. Letztes Glied in der Schutzkette ist dann die Sonnencreme."
Insgesamt registrierten Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 76.991 Anzeigen
auf Verdacht einer Berufskrankheit. In 37.149 Fälle bestätigte sich der
Verdacht. In 5.049 Fällen wurde eine neue Rente bewilligt. 2.409 Menschen
starben infolge einer Berufskrankheit.


Kennzahlen der DGUV 2013 - 2015


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicheung - DGUV