21/02/2018

Maschinen sicher steuern via Smartphone und Tablet

Mobile Informations- und Kommunikationsgeräte sind auf dem Vormarsch.
In einer sich rasant entwickelnden Industrie 4.0 besteht auch der Wunsch, Smartphones
oder Tablets zum Bedienen und Steuern von Maschinen einzusetzen. Wie das normgerecht
und sicher möglich ist, hat das Institut für Arbeitsschutz der DGUV(IFA) in einer
Konzeptstudie untersucht. Das Ergebnis ist eine intelligente Rahmenkonstruktion,
die beliebige Tablets aufnehmen kann und die sicherheitsrelevanten Daten selbst erzeugt.
Das Demonstrationsmodell steht interessierten Maschinenherstellern und -betreibern
für eigene Praxisanwendungen zur Verfügung.

Laut dem aktuellen D21-Digital-Index 2017/18, einer vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie geförderten Gesellschaftsstudie, gehört das Smartphone
inzwischen für 70 Prozent der Menschen zum Alltag. Auch die Industrie
investiert in Digitalisierung und Vernetzung: Für das Jahr 2018 wird ein
Investitionsvolumen von rund zwei Milliarden Euro in Industrie 4.0 in
Deutschland prognostiziert. Allein im Maschinen- und Anlagenbau soll die
Bruttowertschöpfung durch Industrie 4.0 bis 2025 auf knapp 100 Milliarden Euro
jährlich steigen.

"Smartphones und Tablets sind handlich, mobil, vernetzt und relativ
kostengünstig zu haben. Da liegt der Wunsch nahe, sie auch für
Steuerungsaufgaben an Maschinen und Anlagen einzusetzen", sagt Thomas Bömer,
Experte für Maschinensicherheit im IFA. Eine entsprechende App sei zwar schnell
programmiert, allerdings entspreche das Ganze nicht den Anforderungen, die laut
Normen den sicheren, risikomindernden Betrieb eines Systems garantieren. Dazu
zählen der Not-Halt oder die sogenannte Zustimmfunktion, mit der sich eine
Schutzeinrichtung, zum Beispiel eine Schutztür, vorübergehend freigeben lässt.

In einer Konzeptstudie hat das IFA einen Rahmen konstruiert, in den ein Tablet
eingeschoben werden kann. Die erforderlichen Sicherheitsinformationen erzeugt
die Elektronik im Rahmen, und zwar unabhängig vom Tablet oder Smartphone. Das
dient nur noch als Übertragungsmedium. Das abgesicherte Datentelegramm geht
dann drahtlos an die App auf dem mobilen Endgerät und von dort über WLAN an die
Maschinensteuerung.

"Mit dem Rahmen haben wir eine sichere, wirtschaftliche, bedarfs- und
zukunftsorientierte Lösung für die Steuerung von Maschinen gefunden", sagt
Bömer. "Nun freuen wir uns über möglichst viele Interessenten aus der
Industrie, die an einer Praxisanwendung interessiert sind."

Weiterführende Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - GUV