27.04.2018

Latexhandschuhe nur ungepudert erlaubt

Gepuderte Latexhandschuhe bergen ein hohes Allergierisiko. Sie dürfen deshalb
nach Technischen Regeln zum Arbeitsschutz in Deutschland nicht bei der Arbeit
verwendet werden. Darauf weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst
und Wohlfahrtspflege (BGW) hin. Sie hatte bei Betriebsbesuchen festgestellt,
dass in tierärztlichen Praxen zum Teil noch gepuderte Latexhandschuhe im
Einsatz sind.

Problematische Proteine
Die in Naturlatex enthaltenen Proteine können Allergien auslösen. Gepuderte
Latexhandschuhe sind besonders gefährlich, da sich die Proteine am Puder
anlagern. Beim An- und Ausziehen der Handschuhe werden die Allergieauslöser
aufgewirbelt. So gelangen sie auch in die Umgebung und in die Atemwege.
Eine Latexallergie kann je nach Situation zu verschiedenen und unterschiedlich
intensiven allergischen Kontaktreaktionen führen: von Juckreiz, Rötungen und
Fließschnupfen bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock. Wie alle
Allergien ist sie nicht heilbar.

Unter anderem in TRGS 401 geregelt
Für den Einsatz von Schutzhandschuhen im Arbeitsalltag gilt unter anderem die
Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 401 "Gefährdung durch Hautkontakt -
Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen". Dort heißt es: "Werden aus hygienischen
Gründen Einmalhandschuhe aus Latex eingesetzt, so darf der Proteingehalt 30
g/g Handschuhmaterial nicht überschreiten. Einmalhandschuhe aus Latex dürfen
nicht gepudert sein."

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) geben den Stand der Technik,
Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene sowie sonstige gesicherte Erkenntnisse für
Tätigkeiten mit Gefahrstoffen einschließlich deren Einstufung und Kennzeichnung
wieder. Die TRGS 401 ist unter anderem auf der Website der BGW zu finden.

Mehr erfahren
Ausführlich informiert die BGW auf ihrer Website über die Prävention von
Latexallergien. Für viele Anwendungen bieten sich beispielsweise Handschuhe aus
Kunstgummi oder Kunststoff an, die gar keine Latexproteine enthalten. Ferner
gelangt man von dieser Internetseite auf Listen verträglicher Schutzhandschuhe.
Die BGW empfiehlt, auch bei latexfreien Handschuhen ungepuderte zu verwenden.

Denn der Puder führt zu Mikroreibungen und verändert den physiologischen
pH-Wert der Haut in Verbindung mit dem Schweiß in Handschuhen. Bei der Auswahl
geeigneter Modelle helfen auch der Betriebsarzt oder die Betriebsärztin und die
Fachkraft für Arbeitssicherheit.

infos über die Prävention von Latexallergien


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)