06/12/2018

Lösungen zur Vermeidung von Abbiegeunfällen für den Güterkraftverkehr

Die BG Verkehr diskutierte mit der Fachöffentlichkeit Lösungen
zur Verhinderung von Abbiegeunfällen für den Güterkraftverkehr. Im Mittelpunkt
stehen die Fahrer, die nach solchen Unfällen so traumatisiert sind, dass sie
ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können.

"Kind von Lkw erfasst und tödlich verletzt." Eine Meldung, die bei allen
Beteiligten schwere Betroffenheit auslöst, besonders natürlich bei der Familie,
die dann großes Leid aushalten muss. Oft sind aber auch die jeweiligen Fahrer
oder Fahrerinnen betroffen, die sich manchmal jahrelang mit dem Unfall
beschäftigen und im Extremfall aufgeben müssen.

"Die Verhinderung von Abbiegeunfällen vorrangig durch technische Maßnahmen
bleibt das Ziel", machte Klaus Peter Röskes, der Vorsitzende des Vorstandes der
BG Verkehr, bei der Eröffnung deutlich. Aber auch alle anderen Möglichkeiten,
solche Unfälle zu verhindern, müssen in die Präventionsarbeit einbezogen
werden. "Dabei steht bei uns stets der Fahrer im Mittelpunkt".
Zunächst ging es um eine Bestandsaufnahme der bisherigen Aktivitäten. Wichtig
für die Vermeidung von Abbiegeunfällen ist zum Beispiel die richtige Sicht.
Korrekt eingestellte Spiegel sind dafür eine wesentliche Voraussetzung. Hier
hat die BG Verkehr angesetzt und Material für die Unterstützung der Fahrer
erstellt. Im Mittelpunkt steht ein Satz Spiegeleinstellplanen und die Anleitung
für einen Spiegeleinstellplatz, so kann das Einstellen der Spiegel einfach auf
dem Betriebshof erfolgen. Unterweisungskarten zum Thema sowie ein Aufkleber
runden das Angebot ab.

Die BG Verkehr hat eine Studie zum Thema Kamera-Monitor-Systeme (KMS) in
Auftrag gegeben. Basierend auf der Erkenntnis, dass Rechtsabbiegevorgänge zu
den belastendsten Verkehrssituationen für Lkw-Fahrer gehören, kommt sie zu dem
Ergebnis, dass KMS eine wirkungsvolle Präventionsmaßnahme sind und helfen
können, Abbiegeunfälle zwischen Lkw und Fahrradfahrern oder Fußgängern zu
vermeiden.

Während sich solche Systeme auch zur Nachrüstung eignen, geht das Bemühen der
Hersteller dahin, solche Systeme zu entwickeln, die die vorhandenen
Sicherheitspakete in den Fahrzeugen um einen Abbiegeassistenten ergänzen. Es
geht dabei um den aktuellen Stand zu Kamera-Monitor-Systemen als Spiegelersatz
sowie ein Abbiege-Assistent. Aktuell sind die Systeme darauf ausgelegt, die
Verkehrssituation für den Fahrer optimiert darzustellen und den Fahrer oder die
Fahrerin zu warnen. Durch das aktive Eingreifen der Systeme könnten im
Ernstfall wichtige Sekunden gewonnen und dadurch Unfälle verhindert werden.
Dieser Eingriff in die Steuerung ist jedoch noch in der Entwicklung.

Deshalb müssen in der Zwischenzeit alle weiteren Optionen genutzt werden.
Gezeigt wurden Möglichkeiten zur Optimierung der Straßeninfrastruktur, bei
denen Fahrradspuren besser getrennt und Ampelschaltungen optimiert werden. Als
wichtiger Faktor wurde auch die Sensibilisierung sowohl der Lkw-Fahrer als auch
der Radfahrer und Fußgänger genannt. So können Besuche in Schulen schon die
Kleinsten erreichen und über das Internet lässt sich die Zielgruppe junger
Verkehrsteilnehmer ansprechen. Der Fahrer steht nicht nur im Mittelpunkt, er
hat auch eine zentrale Rolle, die durch präventive Möglichkeiten in der
Fahrerausbildung gestärkt werden kann und muss.

Wichtig ist, dass es auf das Miteinander auf den Straßen ankommt, bei dem jeder
seinen Beitrag leisten muss. Schuldzuweisungen an die jeweiligen
Verkehrspartner sind nicht zielführend.

AplusA-online.de - Quelle: BG Verkehr