12.04.2017

Lärmprävention in der Berufsausbildung wichtiger denn je

78 Prozent der unter 25-Jährigen klagen über Lärm am Arbeitsplatz / Junge
Menschen wünschen sich in ihrer Ausbildung Informationen und Aufklärung über
Lärmminderung und Gehörschutz

Lärm im Beruf ist für junge Menschen alltäglich: 78 Prozent aller Beschäftigten
im Alter von 16 bis 25 Jahren fühlen sich auf der Arbeit regelmäßig durch Lärm
gestört. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage für das
Präventionsprogramm "Jugend will sich-er-leben" (JWSL) im Auftrag der
Landesverbände der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Am 26.
April 2017 ist Tag gegen Lärm.

Lärm ist nicht gleich Lärm. Je nach Lautstärke kann ein Geräusch einfach nur
störend sein oder dem Gehör so sehr schaden, dass eine Lärmschwerhörigkeit
entstehen kann und Beschäftigte deshalb Gehörschutz tragen müssen. Am
Arbeitsplatz entsteht gehörschädigender Lärm vor allem beim Einsatz von
Maschinen oder Werkzeugen. In der Umfrage gaben immerhin 38 Prozent der 16- bis
25-Jährigen an, von Lärm aus diesen Quellen bei der Arbeit betroffen zu sein.
Konsequenterweise gab ein gleichgroßer Anteil der Befragten an, bei der Arbeit
regelmäßig oder ab und zu Gehörschutz zu tragen.

Auch Lärm, der nicht gehörschädigend ist, macht jedoch vielen jungen
Beschäftigten zu schaffen. So gaben 32 Prozent der Befragten an, durch
Gespräche von Kollegen oder Kunden und Telefonate gestört zu werden. Für 21
Prozent sind Drucker und Kopierer, Kaffeemaschinen und Kassen nervige
Zeitgenossen. Immerhin 18 Prozent klagen über die Dauerbelastung durch
Hintergrundmusik oder Durchsagen, 17 Prozent über Verkehrslärm.

So sehr sich junge Menschen am Lärm auf der Arbeit stören, so wenig achten sie
auf ihr Gehör in der Freizeit. Nur eine Minderheit gibt an, bei lauter Musik
oder anderen lauten Geräuschen Gehörschutz zu tragen. Die übergroße Mehrheit
(89 Prozent) dagegen schützt ihr Gehör auch in der Freizeit nie. Fachleuten
zufolge könnte die mangelnde Vorsicht auf einen weit verbreiteten Trugschluss
zurückzuführen sein: dass nur laute Geräusche, die im negativen Sinne als Lärm
empfunden werden, dem Gehör schaden könnten. Tatsächlich spielt es für die
schädigende Wirkung aber keine Rolle, ob die Lärmquelle eine laute Maschine
oder der Lautsprecher einer Stereoanlage ist.

Die Umfrage zeigt auch, dass sich 68 Prozent der jungen Menschen wünschen,
besonders im Betrieb darüber aufgeklärt zu werden, wie Lärm vermieden und das
eigene Gehör geschützt werden kann. 47 Prozent der Befragten sehen hier auch
ihre Berufsschullehrer in der Pflicht.

Im aktuellen Programmjahr 2016/17 informiert "Jugend will sich-er-leben" zum
Thema "Lärmminderung und Gehörschutz". Die Auszubildenden sollen für die
Prävention von Gehörschäden sensibilisiert werden. Dazu bietet das Programm ein
Medienpaket zum Einsatz an Berufsschulen und in Betrieben. Die Landesverbände
der DGUV stellen Lehrern und Ausbildern die Unterlagen kostenfrei zur
Verfügung.


Kampagne "Krach unter Kontrolle": alles zu Lärmminderung und Gehörschutz


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)