05.01.2018

Kleine und mittlere Unternehmen haben Nachholbedarf bei Sicherheit und Gesundheit

Praktische Handlungshilfen für die ganzheitliche Prävention erhalten
Verantwortliche auf der Website kommmitmensch.de der Berufsgenossenschaften und
Unfallkassen.

In vielen Unternehmen laufen derzeit die Planungen für das kommende Jahr. Ein
Thema sollte 2018 auf jeden Fall auf der Tagesordnung stehen, insbesondere in
kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU): Sicherheit und Gesundheit bei
der Arbeit. Das empfehlen die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen im Rahmen
ihrer neuen Kampagne kommmitmensch. Der Grund: Die Hälfte der in KMU
Beschäftigten findet, in ihrem Unternehmen werde zu wenig dafür getan, dass sie
gesund bleiben und sicher arbeiten können. Das ist ein Ergebnis der aktuellen
Umfrage im Zusammenhang mit der Präventionskampagne. Kleine und mittlere
Unternehmen schneiden in punkto innerbetriebliche Kommunikation, Beteiligung,
Betriebsklima, Fehlerkultur, Führung sowie Sicherheit und Gesundheit schlechter
ab als große Unternehmen. Dies spiegelt sich auch in der betrieblichen
Unfallquote wider, die in KMU vergleichsweise höher ist als in sehr großen
Betrieben.

Ziel: Prävention als selbstverständliche Haltung
"Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit stellen Unternehmen mitunter vor komplexe
Herausforderungen. Da hilft es, wenn man auf die Unterstützung von Fachleuten bauen kann.
Großunternehmen haben es da naturgemäß leichter als Kleinbetriebe, da sie
eigene Fachleute beschäftigen können", sagt Helmut Ehnes, Präventionsleiter bei
der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI). Die in der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) organisierten
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zeigen im Rahmen der Kampagne
kommmitmensch auf, welchen Stellenwert Sicherheit und Gesundheit für den
erfolgreichen Unternehmensbetrieb haben und dass sich die Investition in die
Prävention auch betriebswirtschaftlich lohnt. "Unser Ziel ist es, dass die
Präventionskultur zur selbstverständlichen Haltung von Führungskräften wird und
in deren tägliches Handeln einfließt. Dafür brauchen sie einfache und
verständliche Ansätze", verdeutlicht Ehnes.

Einfache Handlungshilfen für Verantwortliche
Wie können Verantwortliche in KMU die Arbeit in ihrem Betrieb sicher und gesund
gestalten und ihre Mitarbeiter in die Präventionsmaßnahmen einbeziehen? Tipps
gibt die neue Broschüre "Selbstverständlich sicher und gesund". Die darin
gesammelten Checklisten, Diskussions-Anregungen und Arbeitsmaterialien sind
speziell auf die Belange kleiner und mittelständischer Unternehmen
zugeschnitten. Mittels einfacher Handlungshilfen werden die Führungskräfte
motiviert, Schritt für Schritt in jenen sechs Handlungsfeldern aktiv zu werden,
die zentral für eine gute Präventionskultur sind: Kommunikation, Beteiligung,
Betriebsklima, Fehlerkultur, Führung sowie Sicherheit und Gesundheit.

Führungskräfte stärker einbinden
Auch eine neue Seminarreihe zu den sechs Handlungsfeldern der Kampagne soll die
Verantwortlichen dabei unterstützen, eine ganzheitliche Präventionskultur in
ihrem Unternehmen zu entwickeln oder bestehende Ansätze zu verbessern. "Wenn
wir es schaffen, die Führungskräfte stärker ins Boot zu holen, kommen wir
unserer 'Vision Zero', einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte
Erkrankungen, ein deutliches Stück näher", so Helmut Ehnes.

Zur Broschüre "Selbstverständlich sicher und gesund"


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV