18/06/2018

Klaus-Richard Bergmann: Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel

Über 3.000 Todesfälle aufgrund von Arbeits- und Wegeunfällen sowie von
Berufskrankheiten registrierten die gewerblichen Berufsgenossenschaften im Jahr
2016. Im gleichen Jahr fanden in der Bauwirtschaft allein durch Arbeitsunfälle
73 Beschäftigte den Tod. Wie eine vorläufige Auswertung des Unfallgeschehens
zeigt, ist diese Zahl im Jahr 2017 auf 88 gestiegen. "Diese Zahlen sind schlimm
und machen den großen Handlungsbedarf überdeutlich". Das sagte Klaus-Richard
Bergmann, Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG
BAU) am 27.04.2018 in Berlin, einen Tag vor dem Workers' Memorial Day. An
diesem Tag wird international der bei der Arbeit gestorbenen und verletzten
Beschäftigten gedacht.


Auch die Zahl der neuen Unfallrenten, in denen sich Unfälle mit schwersten und
bleibenden Folgen ausdrücken, ist gestiegen. Nach einer vorläufigen Auswertung
registrierte die BG BAU 2017 fast 2.600 solcher Unfälle. "Jeder einzelne Unfall
ist einer zu viel und mit großem menschlichem Leid für die Betroffenen
verbunden. Daher müssen wir unsere Aktivitäten im Arbeitsschutz noch weiter
intensivieren."

Dabei haben die Maßnahmen des technischen und organisatorischen Arbeitsschutzes
langfristig gesehen durchaus zu einem sichtbaren Rückgang des Unfallgeschehens
geführt. So registrierte die BG BAU bei der Zahl der meldepflichtigen
Arbeitsunfälle auf 1.000 Personen eine Abnahme von 101,10 vor zwanzig Jahren
und 66,60 vor zehn Jahren auf 55,29 Fälle im Jahr 2016.

Doch der langjährige Trend eines deutlichen Rückgangs von Arbeitsunfällen hat
sich in den letzten Jahren stetig verlangsamt und stagniert mittlerweile.
Bergmann: "Eine erfolgreiche Prävention lässt sich nicht nur auf verbesserte
Arbeitsmittel und das Einhalten von Regelwerken beschränken. Wir alle müssen
auch unser Verhalten in Fragen des Arbeitsschutzes stärker in den Blick nehmen."
Mit dem Präventionsprogramm BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH. wirkt die BG BAU
deshalb verstärkt darauf hin, dass sich die individuellen Verhaltensweisen der
Beschäftigten positiv verändern. Niemand darf durch riskantes Verhalten Leben
und Gesundheit von sich selbst oder anderen aufs Spiel setzen. Bei schweren
Sicherheitsmängeln muss man STOPP sagen können und erst weiter arbeiten, wenn
diese beseitigt sind. "Deshalb wirbt die BG BAU dafür,  "Betriebliche
Erklärungen" zu vereinbaren, in denen Beschäftigte und Betriebsleitungen sich
dazu verpflichten, sich in ihrem Betrieb für sichere Arbeitsbedingungen
einzusetzen", betonte Bergmann.

Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU)