04.12.2014

Jeder Zweite zögert bei Erster Hilfe

Ein Verkehrsunfall, der Erste Hilfe erfordert: Fast jeder zweite Autofahrer
zögert, weil er Angst hat, etwas falsch zu machen. Zu diesem Ergebnis kommt
eine aktuelle DEKRA-Umfrage unter 1350 Personen. Rettungsdienste empfehlen,
sich mit regelmäßigen Auffrischungskursen für den Notfall zu wappnen.

Der zweithäufigste Grund, der Autofahrer bei der Ersten Hilfe zögern lässt, ist
ihr verblasstes Wissen. Dieser Aspekt spielt für insgesamt 29 Prozent der
Befragten eine Rolle. Seit 1969 sind Erste-Hilfe-Kurse Pflicht beim
Führerscheinerwerb. Doch bei jedem zweiten Autofahrer liegt der letzte
Erste-Hilfe-Kurs mehr als fünf Jahre zurück. "Die meisten Deutschen machen nur
einmal in ihrem Leben einen Erste-Hilfe-Kurs, nämlich zur Führerscheinprüfung.
Das liegt bei vielen Menschen zu lange zurück, um sich noch an alle Details
erinnern zu können", erläutert Ralf Sick von der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die
Empfehlung lautet: Alle zwei Jahre einen Auffrischungskurs zu absolvieren.

Ein weiterer Hinderungsgrund ist die Angst vor einer Ansteckung mit Krankheiten
wie HIV oder Hepatitis. Dieser Aspekt spielt bei 15 Prozent der Befragten eine
Rolle. Termindruck und Eile ist nur für wenige Autofahrer - fünf Prozent - ein
Grund.

Mehrheit würde helfen

Trotz der verbreiteten Angst, etwas falsch zu machen, würde die große Mehrheit
der Befragten - 86 Prozent - bei einem schweren Unfall Erste Hilfe leisten.
Ebenso trauen sich die meisten Autofahrer prinzipiell zu, die wichtigsten
Erste-Hilfe-Maßnahmen auszuführen: den Verletzten in die stabile Seitenlage
bringen, einen Verband anlegen und mit dem Verletzten sprechen, um ihn zu
beruhigen. Zwei Drittel der Befragten geben sogar an, selbst eine
Wiederbelebung durch eine Herzdruckmassage oder Beatmung durchführen zu können.


AplusA-online.de - Quelle: DEKRA