16.07.2018

Jahresbilanz 2017 der gesetzlichen Unfallversicherung veröffentlicht

Unfallrisiko bei der Arbeit im vergangenen Jahr weiter gesunken -
Unfallversicherung verzeichnete mehr Fälle von arbeitsbedingtem Hautkrebs

Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist im vergangenen Jahr in der gewerblichen
Wirtschaft und im öffentlichen Dienst erneut zurückgegangen. Das geht aus den
Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
hervor, die ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV),
heute veröffentlicht hat. Danach verringerte sich die relative Unfallquote von
21,89 auf 21,16 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollarbeiter, ein
neuer Tiefstand. Zugenommen hat dagegen die Zahl der Fälle von arbeitsbedingtem
Hautkrebs. Insgesamt verzeichneten die Träger der gesetzlichen
Unfallversicherung im vergangenen Jahr bei 3.887 Versicherten arbeitsbedingten
hellen Hautkrebs (2016: 3.723). Der durchschnittliche Beitrag zu den
Berufsgenossenschaften erreichte mit 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme einen
neuen Tiefstand.

Das Risiko, bei der Arbeit einen meldepflichtigen Unfall zu erleiden, lag damit
im vergangenen Jahr so niedrig wie nie zuvor. Der Rückgang lässt sich über alle
Branchen hinweg beobachten. Lediglich im Handel gab es eine leichte Zunahme.
Insgesamt lag das Unfallrisiko im Bau- und Verkehrssektor deutlich über dem
Durchschnitt, im Gesundheitswesen, im öffentlichen Dienst und in der Verwaltung
deutlich darunter.

"Die Entwicklung zeigt, dass Fortschritte möglich sind", sagte
DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer. Um weitere Verbesserungen zu
erreichen, sei es jedoch nötig, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit als
Querschnittsthema in den Betrieben zu verankern. Die gesetzliche
Unfallversicherung mache den Unternehmen mit ihrer neuen Kampagne
"kommitmensch" entsprechende Angebote. "Von Investitionen in die Prävention
profitieren die Betriebe direkt - durch verringerte Ausfallzeiten, gestiegene
Produktivität und motivierte Mitarbeiter."

Berufskrankheiten: Fälle von hellem Hautkrebs nehmen zu
Bei den häufigsten Berufskrankheiten waren die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr
zwar insgesamt leicht rückläufig. Die Gesamtzahl der Fälle, in denen sich der
Verdacht auf eine Berufskrankheit bestätigt, sank um 4,9 Prozent auf 38.080.
Davon betrafen rund 18.400 Fälle arbeitsbedingte Hautekzeme, zum Beispiel durch
Feuchtarbeit (2016: 19.641). Bei 6.649 Versicherten stellten die Träger der
gesetzlichen Unfallversicherung eine arbeitsbedingte Lärmschwerhörigkeit fest
(2016: 6.850). Heller Hautkrebs, die dritthäufigste Berufskrankheit, war mit
einem Anstieg um 165 Fälle allerdings die Ausnahme.

Vor diesem Hintergrund rief Breuer die Betriebe dazu auf, mehr in den Schutz
der Beschäftigten zu investieren, die große Teile ihrer Arbeitszeit im Freien
verbringen. "Heller Hautkrebs ist vermeidbar. Die Risiken durch UV-Strahlung
lassen sich mit technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen
gut in den Griff bekommen." Ein Teil der Verantwortung treffe aber auch die
Beschäftigten: "Krebsprävention ist nicht auf die Arbeitszeit beschränkt. Wer
seiner Haut etwas Gutes tun möchte, sollte sich auch am Wochenende nicht in die
pralle Sonne legen."

Nicht mehr der Prävention zugänglich ist dagegen die Gruppe der asbestbedingten
Erkrankungen. "Hier sehen wir die Auswirkungen des leichtfertigen Umgangs mit
diesem Gefahrstoff im vergangenen Jahrhundert", so Breuer. 2017 stellten
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen bei rund 3.700 Versicherten eine
Erkrankung fest, die durch den beruflichen Kontakt mit Asbest ausgelöst wurde.
Auch für die Mehrheit der 2.580 Todesfälle in Folge einer Berufskrankheit
(2016: 2.573) war Asbest die Ursache.

Durchschnittsbeitragssatz sinkt trotz gestiegener Aufwendungen
2017 lagen die Aufwendungen der gesetzlichen Unfallversicherung für Prävention,
Rehabilitation, finanzielle Entschädigung und Verwaltung bei rund 13,2
Milliarden Euro - ein Anstieg um 287 Millionen Euro oder rund 2,2 Prozent
gegenüber dem Vorjahr. Dennoch sank der durchschnittliche Beitragssatz zu den
Berufsgenossenschaften von 1,18 auf 1,16 Euro je 100 Euro Lohnsumme. Er lag
damit so tief wie nie zuvor in der Geschichte. "Diese Entwicklung ist
allerdings auch der guten konjunkturellen Entwicklung geschuldet", so Breuer.
Die Entgelte, auf deren Grundlage der Beitrag berechnet wird, nahmen 2017 im
Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent zu - auf rund 1 Billion Euro.

AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) e.V.