22.12.2017

Inklusion am Arbeitsplatz scheitert oft an zu großen bürokratischen Hürden

Umfrage: Unternehmen wünschen sich mehr Unterstützung beim
Thema Inklusion

In vielen Unternehmen in Deutschland bremsen gesetzliche Vorgaben die
Einstellung von behinderten Menschen. Das größte Problem sehen 57 Prozent der
befragten Führungskräfte in einer individuellen und behindertengerechten
Umgestaltung des Arbeitsplatzes. Aber auch rechtliche Aspekte wie der
Kündigungsschutz, die Freistellung von Mehrarbeit oder der Anspruch auf
Zusatzurlaub werden von etwa 40 Prozent der Führungskräfte als bürokratische
Hürden für die Inklusion von behinderten, chronisch kranken oder dauerhaft
gesundheitlich eingeschränkten Mitarbeitern wahrgenommen. Das sind Ergebnisse
einer aktuellen Umfrage unter Führungskräften zum Thema "Inklusion in
Unternehmen", die im Auftrag des Medizinprodukte-Herstellers Coloplast GmbH in
Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung
durchgeführt wurde. Befragt wurden rund 530 Führungskräfte -
branchenübergreifend - aus Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Vor allem größere Firmen geben an, dass sie aufgrund der bürokratischen
Vorschriften in Zukunft keine Mitarbeiter mit Behinderung oder chronischer
Erkrankung einstellen werden. Jede dritte Führungskraft aus Unternehmen mit 500
bis 1000 Mitarbeitern schätzen die bürokratischen Hürden als unüberwindbar ein.
Entsprechend wünschen sich zwei Drittel der befragten Führungskräfte weniger
gesetzliche Verpflichtungen. Aufklärungsarbeit und andere Unterstützung von
öffentlichen Stellen sehen 60 Prozent als größte Stellschraube, um mehr
Behinderte in Beschäftigung zu bringen.
Aber auch bessere finanzielle Anreize sind für 57 Prozent ein notwendiger
Baustein zur Integration.

"Acht von zehn deutschen Unternehmen beschäftigen bereits Menschen mit
Behinderungen und die Umfrage zeigt, dass aus Sicht der Führungskräfte das
Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist", Henning Reichardt, Geschäftsführer von
Coloplast. "Sie sehen die Verantwortung für die Inklusion in Unternehmen
gleichermaßen bei Arbeitgeber, Politik und Krankenkassen und wünschen sich
bessere Rahmenbedingungen - wie weniger Vorgaben und mehr Unterstützung durch
Politik und Verwaltung." Insgesamt 96 Prozent der Befragten rufen nach Hilfe
und wünschen sich Unterstützung. Dafür zuständig ist das Unternehmen selber,
sagen 64 Prozent der Befragten. Gleich viele glauben jedoch, die Politik sei
vor allem in der Verantwortung dafür, dass auch behinderte Menschen
uneingeschränkt am Arbeitsleben teilnehmen können. 63 Prozent sehen in
Krankenkassen die Verantwortlichen für dieses Thema.

Hintergrundinformationen

Für die Befragung "Inklusion in Unternehmen" wurden 527 Führungskräfte aus
Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern befragt.
Die Befragten sind Mitglieder des Vorstands und der Geschäftsführung sowie
Leiter von Fachabteilungen und stammen aus Unternehmen aller Branchen. Für
Konzeption und Auswertung der Umfrage hat Coloplast GmbH mit dem IMWF Institut
für Management- und Wirtschaftsforschung als neutralen wissenschaftlichen
Partner zusammengearbeitet. Die Befragung wurde online über das
Marktforschungsinstitut mo'web durchgeführt. Die Ergebnisse sind auf ganze
Zahlen gerundet.

Weitere Informationen und eine Infografik mit Detailergebnissen


AplusA-online.de - Quelle: Coloplast GmbH