22.11.2018

In drei Schritten erfolgreich Feedback zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit geben

Wahrnehmung, Wirkung, Wunsch - diese drei W helfen dabei, kritisches
Feedback konstruktiv anzubringen.

Die Präventionskampagne kommmitmensch von Berufsgenossenschaften und
Unfallkassen rückt im Herbst 2018 das Handlungsfeld "Kommunikation" in den
Mittelpunkt. Gut zu wissen für Sicherheitsbeauftragte! Denn sie haben eine
wichtige Vermittlerrolle, damit Sicherheit und Gesundheit zum Gesprächsthema
werden.

Egal wie gut das Betriebsklima ist - Kritik gehört zum Geschäft. Besonders wenn
es darum geht, Arbeit sicher und gesund zu gestalten. Doch gerade Rückmeldungen
zu Dingen, die jemand übersehen hat, oder kleinen Fehlern, die dem Gegenüber
unterlaufen sind, werden manchmal zur Herausforderung. Damit das Feedback nicht
als persönlicher Angriff, sondern konstruktiv wahrgenommen wird, sollte die
Rückmeldung so konkret wie möglich sein und sich auf beobachtbares,
beschreibbares Verhalten stützen. Eine gute Methode: die drei W - Wahrnehmung,
Wirkung, Wunsch. Darauf weisen die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen im
Rahmen ihrer Präventionskampagne kommmitmensch hin. Denn wertschätzendes
Feedback verstärkt positives Verhalten und zeigt Entwicklungsmöglichkeiten auf.
Wenn Probleme frühzeitig gelöst werden, fördert das zudem die Sicherheit und
Gesundheit im Betrieb.

"Feedback ist sehr wichtig. Es ist nicht nur so, dass ich meinen Mitarbeitenden
dann Rückmeldung über ihre Arbeit geben und ihnen sagen kann, wo sie im
Unternehmen stehen. Feedback hat auch viel mit den Themen Sicherheit und
Gesundheit zu tun", so Dr. Marlen Cosmar, Diplom-Psychologin am Institut für
Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG).
"Ich kann meinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zum Beispiel sagen, ob sie
ihre Aufgaben richtig erledigen oder was sie anders machen sollten. Das gibt
ihnen Sicherheit. Ständige Unsicherheit bringt Zweifel und kann psychisch
belastend sein. Das wirkt sich negativ auf die Gesundheit, aber auch auf die
Leistung aus." Feedbackgespräche könnten zudem die Motivation steigern. Dadurch,
dass Beschäftigte Feedback zu ihrer Arbeit erhielten, aber gleichzeitig auch
ihren Vorgesetzten eine Rückmeldung geben könnten, wisse der Mitarbeitende, dass
seine Arbeit wertgeschätzt würde. "Gleichzeitig sorgt Feedback für Transparenz.
Und Transparenz schafft ein besseres Unternehmensklima. Es wachsen Vertrauen
und Verständnis untereinander", so Cosmar. "Wichtig ist aber auch das Wie.
Eine gute Methode Feedback zu geben, sind die drei W - Wahrnehmung, Wirkung,
Wunsch. Sie helfen dabei, Dinge auf den Punkt zu bringen, ohne dabei verletzend
zu sein."

Schritt 1: Die eigene Wahrnehmung schildern
Der erste Schritt besteht darin, die eigene Wahrnehmung mitzuteilen. Es geht
darum, möglichst wertfreie Beschreibungen und Beobachtungen mitzuteilen:
"Herr Müller, ich habe heute Morgen zufälligerweise gesehen, dass Sie Ihre
Schutzausrüstung nicht getragen haben." Es geht also darum, die Situation
konkret aus der eigenen Sicht in Form von Ich-Botschaften zu schildern.

Schritt 2: Wirkung erläutern
Im zweiten Schritt geht es darum zu erläutern, welche Wirkung das beobachtbare
Verhalten auf uns hat: "Ich kann das nicht gut mit ansehen, wie Sie Ihre
Gesundheit gefährden. Ich mache mir dann Sorgen, dass Sie sich verletzen."

Schritt 3: Wunsch formulieren
Abschließend geht es darum, konkret zu benennen, welches Verhalten man sich
künftig wünschen würde: "Bitte tragen Sie in Zukunft Ihre Schutzausrüstung. Ich
muss mich darauf verlassen können. Denn ich möchte, dass wir noch lange gesund
zusammenarbeiten können." Bei diesem Schritt geht es darum, eine verbindliche
Vereinbarung mit der/dem Beschäftigten zu treffen.

Mehr Tipps zum Geben und Nehmen von Feedback im Magazin für Sicherheitsbeauftragte arbeit&gesundheit


AplusA-online.de - Quelle: Präventionskampagne "kommmitmensch"