05/12/2017

Immer mehr Menschen beantragen bei der Bundesagentur für Arbeit Reha-Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung

Im Jahr 2015 haben rund 32.600 Personen Leistungen zur Teilhabe behinderter
Menschen am Arbeitsleben im Bereich der beruflichen Wiedereingliederung bei der
Bundesagentur für Arbeit beantragt. Im Jahr 2010 waren es 27.700. Die
Anerkennungsquote ist bei den Anträgen zugleich leicht von 78 Prozent auf 81
Prozent gestiegen. Das geht aus einer aktuell veröffentlichten Studie des
Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Unmittelbar im Anschluss an die berufliche Rehabilitation hat mehr als die
Hälfte der Personen eine Beschäftigung aufgenommen oder kann eine zuvor
bestehende Beschäftigung weiter ausüben. Der Verbleib am Arbeitsplatz wird
häufig durch kurzfristige Zuschüsse ermöglicht, mit denen technische Hilfen wie
höhenverstellbare Schreibtische, Bildschirmlesegeräte oder Einhand-Tastaturen
gefördert werden. Gerade bei den kurzfristigen Zuschüssen gab es einen starken
Anstieg. Die vermehrte Vergabe dieser Zuschüsse liegt laut der IAB-Studie unter
anderem daran, dass die Arbeitgeber und die potentiell betroffenen
Beschäftigten heute besser über die Fördermöglichkeiten informiert sind als
früher. Ein weiterer Grund sei, dass die Bundesagentur für Arbeit verstärkt auf
Prävention von Behinderung setze, um eine Beschäftigung zu erhalten und
Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit zu vermeiden.

Fast die Hälfte der Personen, die 2015 als Rehabilitanden anerkannt wurden,
weist eine Behinderung des Stütz- und Bewegungsapparats auf. Dabei kann es sich
beispielsweise um Rückenerkrankungen oder eine Knieverletzung handeln. Am
zweithäufigsten sind Personen mit einer psychischen Behinderung wie zum
Beispiel einer Depression. Der Anteil der psychischen Behinderungen liegt bei
knapp einem Drittel.

Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen sowie Zuschüsse für technische
Arbeitsplatzanpassungen sind die häufigsten Reha-Leistungen, die von der
Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Die technischen
Arbeitsplatzanpassungen werden überwiegend an Personen mit Behinderungen des
Stütz- und Bewegungsapparats vergeben.

Neben Arbeitslosen nehmen immer häufiger auch Erwerbstätige Reha-Leistungen der
Bundesagentur für Arbeit in Anspruch. Sie stellen mit 33 Prozent die
zweitgrößte Gruppe nach den Arbeitslosen (57 Prozent).

Die IAB-Studie beschränkt sich auf die Personen, die von der Bundesagentur für
Arbeit mit Reha-Maßnahmen gefördert werden, die der beruflichen
Wiedereingliederung dienen. Nicht in der Studie erfasst sind die Maßnahmen der
Ersteingliederung, die jungen Menschen den Einstieg ins Berufsleben ermöglichen
sollen, und Maßnahmen, die von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung
(DGUV) oder der Deutschen Rentenversicherung (DRV) finanziert werden. Die DGUV
ist für die Rehabilitation nach einem Arbeitsunfall oder bei einer
Berufskrankheit zuständig, die DRV für die berufliche Rehabilitation bei
erwerbstätigen Personen, die mindestens 15 Jahre sozialversicherungspflichtig
beschäftigt waren, eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beziehen oder
wenn im Anschluss an eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation der
Rentenversicherung eine berufliche Rehabilitation zur Wiedereingliederung
erforderlich ist.

Die IAB-Studie im Internet


AplusA-online.de - Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)