08.11.2018

Im Herbst und Winter: Verkehrssicherungspflicht beachten

Richtig abgesichert gegen Nässe, Glätte und Sturm

Nasses Laub im Herbst, Schnee und Eis im Winter - rutschige Straßen und
vereiste Parkplätze sind potenzielle Unfallschauplätze für Fußgänger. Rutscht
dann beispielsweise ein Lieferant auf dem vereisten Firmenparkplatz aus und
verletzt sich, muss der Inhaber dafür haften. Denn: Er hat seine
Verkehrssicherungspflicht nicht erfüllt. Welche Pflichten Betriebe erfüllen
müssen, um sich vor Schadenersatzansprüchen zu schützen, weiß Michael Staschik
von der NÜRNBERGER Versicherung.

Rechtliche Grundlage der Verkehrssicherungspflicht
Konkret bedeutet die Verkehrssicherungspflicht für Inhaber, dass sie mögliche
Gefahrenquellen, die von ihrem Betriebsgelände ausgehen, erkennen und zumutbare
Vorkehrungen treffen müssen, um eine Schädigung Dritter zu verhindern. Diese
Pflicht beruht auf § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Dieser besagt:
Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die
Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich
verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens
verpflichtet. Das heißt: Verletzt sich ein Kunde aufgrund einer naheliegenden
Gefahr (vereister Parkplatz), die durch eine geeignete Maßnahme (Räum- und
Streupflicht) verhindert hätte werden können, muss der Inhaber für den Schaden
haften. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen kann das schnell teuer
und existenzbedrohend werden. "Daher ist es wichtig, sich bewusst mit dem Thema
auseinanderzusetzen und zu überlegen, welche Maßnahmen für das Betriebsgelände
nötig sind", rät Michael Staschik.

Konkrete Maßnahmen für Geschäftsführer
Die Pflicht des Inhabers ist es daher, mögliche Gefahrenquellen auf dem
Betriebsgelände festzustellen. Befinden sich Stolperfallen wie Schlaglöcher
oder rutschiges Laub auf dem Parkplatz oder dem Zugang zum Gebäude, ist er
dafür verantwortlich, dass diese beseitigt werden. Speziell im Winter besagt
die Räum- und Streupflicht, dass die Wege auf de Grundstück mehrmals täglich
von Eis und Schnee zu befreien sind. Diese Aufgabe muss der Inhaber nicht
selbes ausführen, er kann sie übertragen - beispielsweise auf einen
professionellen Hausmeisterservice. "Allerdings ist der Inhaber in diesem Fall
verpflichtet, den Hausmeisterservice auf ordnungsgemäße Ausführung zu prüfen.
Versäumt er dies, haftet er dennoch, wenn ein Kunde auf dem glatten
Firmenparkplatz ausrutscht und sich verletzt", warnt der Experte der NÜRNBERGER
Versicherung. Aber nicht nur im Winter besteht ein hohes Unfallrisiko, bereits
im Herbst können Stürme und Unwetter für Gefahr sorgen. Michael Staschik
empfiehlt daher, vor allem nach heftigen Windböen das Dach zu kontrollieren und
falls sich Bäume auf dem Betriebsgelände befinden, diese sorgsam auf gelöste
oder morsche Äste zu prüfen. Auch eine intakte Außenbeleuchtung sowie
Hinweisschilder und Kennzeichnungen von beispielsweise Glastüren können die
Sicherheit auf dem Betriebsgelände unterstützen - und den Inhaber somit vor
Schadenersatzansprüchen schützen.

AplusA-online.de - Quelle: NÜRNBERGER Versicherung