28/02/2019

Helau im Betrieb - aber nicht ohne den Chef

Aufgepasst, es wird wieder wild: Zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch
übernehmen die Närrinnen und Narren das Regiment. Der Höhepunkt der Fastnachtszeit
wird auch in vielen Unternehmen feucht-fröhlich gefeiert. Unter bestimmten
Voraussetzungen stehen die Beschäftigten dabei unter dem Schutz der gesetzlichen
Unfallversicherung.

Pünktlich um 11.11 Uhr wird an Weiberfastnacht in weiten Teilen Deutschlands
der närrische Ausnahmezustand eingeläutet. Sechs Tage lang feiern Jecken in
bunten Kostümen die fünfte Jahreszeit. Auch in Unternehmen werden vermehrt
Fastnachtsfeiern veranstaltet. Was viele nicht wissen: "Wird eine Fastnachtsfeier
als betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung organisiert, greift der Unfall-
versicherungsschutz", sagt Marko Andelic, Referent Versicherungsrecht bei der
BGHW. Dafür muss sie jedoch diese Voraussetzungen erfüllen:

Die Fastnachtsfeier stärkt den innerbetrieblichen Zusammenhalt

Die Fastnachtsfeier dient dazu, den Zusammenhalt im Unternehmen zu fördern.
Das setzt voraus, dass die Teilnahme allen Angehörigen des Betriebs offen steht.
"Dazu gehört, dass die Beschäftigten eingeladen werden und sich an allen
geplanten Aktivitäten beteiligen können", erläutert Andelic. Werden aufgrund
der Unternehmensgröße gemeinschaftliche Veranstaltungen in einzelnen Abteilungen
oder Teams organisiert, stehen auch diese unter dem Unfallversicherungsschutz.
"Anders verhält es sich bei Feiern, die vordergründig der Unterhaltung und
Freizeitgestaltung dienen - sie sind nicht versichert", sagt Andelic.

Die Unternehmensleitung fördert die Veranstaltung

Die Feier wird von der Unternehmensleitung veranstaltet und getragen. Dabei
muss sie die Organisation nicht zwingend selbst übernehmen, sondern kann sie
auf Dritte als Veranstalter übertragen. "Wichtig ist, dass der Veranstalter
immer im Einvernehmen mit der Unternehmensleitung handelt", erklärt Andelic.

Die Chefetage feiert mit

Die Unternehmensleitung nimmt selbst an der Veranstaltung teil oder lässt sich
vertreten. Bei gemeinschaftlichen Feiern in kleineren Organisationseinheiten
reicht es aus, wenn neben den Beschäftigten die Abteilungs-, Team- oder
Sachgebietsleitung vor Ort ist.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, stehen die Beschäftigten während der
Fastnachtsfeier unter Versicherungsschutz. "Er umfasst alle Aktivitäten, die
mit dem Gesamtzweck der Veranstaltung vereinbar sind und gilt bis zum
offiziellen Ende der Feier", erläutert Andelic. Das gesellige Beisammensein
nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung steht nicht unter dem Schutz der
gesetzlichen Unfallversicherung.

Beschäftigte sind aber nicht nur auf der Fastnachtsfeier selbst versichert:
"Der Unfallversicherungsschutz gilt auch auf dem Weg zum Veranstaltungsort und
zurück zum Arbeitsplatz oder nach Hause", erklärt Andelic.

Rote Karte für Alkohol

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten beim Feiern allerdings nicht zu
tief ins Glas schauen: "Ist der Unfall alleine auf den Alkoholgenuss zurück-
zuführen, entfällt der Versicherungsschutz. Hierbei müssen jedoch alle Umstände
des Einzelfalles berücksichtigt werden", sagt Andelic. Bei Straßenverkehrsunfällen
entfällt der Unfallversicherungsschutz bei der absoluten Fahruntüchtigkeit
(1,1 Promille). Bei einer Blutalkoholkonzentration von unter 1,1 Promille entfällt
der Schutz der Unfallversicherung, wenn Fahrfehler den alleine alkoholbedingten
Leistungsausfall belegen, wie zum Beispiel Schlangenlinien oder das Abkommen
von der Fahrbahn ohne ersichtlichen Grund.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)