29/05/2015

Hautprobleme im Beruf: Rechtzeitig gegensteuern

Wenn die Haut an den Händen spannt, sich rötet oder rissig wird, ist das keine
Bagatelle. Ganz besonders dann nicht, wenn der betreffende Mensch häufig mit
Wasser oder feuchten Materialien hantiert, in Handschuhen schwitzt oder mit
hautreizenden Stoffen in Kontakt kommt. Wer die Warnsignale des Körpers
ignoriert und die Haut weiter strapaziert, riskiert ernste Erkrankungen. Darauf
weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
hin. Wichtig ist bei berufsbedingten Hautbeschwerden das rechtzeitige


Gegensteuern.

Feuchte Finger vermeiden



Berufsbedingte Hauterkrankungen sind weit verbreitet. Von den
Verdachtsmeldungen auf eine Berufskrankheit, die die BGW im vergangenen Jahr
erhalten hat, betrafen fast 60 Prozent die Haut. "Dabei ließe die sich häufig
besser schützen", erklärt Dr. Verena Kagel, Dermatologin bei der BGW. Eine
Kernursache für Hautprobleme gerade in Pflegeberufen, bei Reinigungs- und
Küchenarbeiten oder auch im Friseurhandwerk ist zu häufiger Kontakt mit
Feuchtigkeit. Diese greift die Schutzschicht der Haut an. Passiert das zu oft
oder zu ausdauernd, kann sich das Gewebe nicht mehr richtig erholen.



Rechtzeitig Rat suchen



"Gerötete oder trockene, schuppende Stellen können erste Anzeichen für ein
Abnutzungsekzem sein", erläutert die Expertin. "Diese sollte man unbedingt
ernst nehmen und zu einer Hautärztin oder einem Hautarzt gehen." Wenn die
geschädigte Haut nicht behandelt und im Alltag besser geschont wird, drohen
chronische Entzündungen, die sogar einen Berufswechsel erzwingen können.
Außerdem steigt die Gefahr einer Allergie, da durch die defekte Schutzschicht
leichter sensibilisierende Stoffe in die Haut eindringen können. Im Frühstadium
dagegen sind Abnutzungsekzeme gut heilbar.



Arbeitsbelastungen ansprechen



Wer bei Hautbeschwerden berufliche Ursachen vermutet, sollte das dem Arzt oder
der Ärztin sagen, damit gegebenenfalls die zuständige Berufsgenossenschaft oder
Unfallkasse informiert wird. Die gesetzlichen Unfallversicherungsträger
unterstützen ihre hauterkrankten Versicherten mit verschiedenen Angeboten. Ziel
ist, dass die Betroffenen die Probleme in den Griff bekommen und in ihrem Beruf
weiterarbeiten können. Die BGW beispielsweise organisiert dazu neben einer
Heilbehandlung auch branchenspezifische Seminare. Dort lernen die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie ihre Haut in ihrem Beruf zukünftig
besser schützen können.

Die BGW direkt kontaktieren



Versicherte der BGW können sich bei berufsbedingten Hautproblemen auch direkt
an die Berufsgenossenschaft wenden. Dazu gibt es dort im gesamten Bundesgebiet
spezielle Hautsprechstunden.


Weitere Informationen


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)