27/09/2016

Hamburger Kfz-Azubis starten sicher in den Beruf

Erster Arbeitstag: Über 200 Jugendliche wurden in das Thema Arbeitssicherheit
eingeführt



Aller Anfang ist sicher - dieses abgewandelte Sprichwort gilt ab sofort für
über 200 neue Auszubildende des Kfz-Handwerks der Freien und Hansestadt
Hamburg. Bei der ganztägigen Veranstaltung "Start up" erhielten die
Jugendlichen bereits kurz nach dem Start ihrer Ausbildung eine umfassende
Einführung in das Thema Arbeitsschutz. Zu diesem Zweck erläuterte Thomas
Sponholz vom Präventionsdienst der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)
unter anderem, wie sich häufige Unfälle im Kfz-Betrieb vermeiden lassen.
"Oftmals improvisieren Auszubildende bei der Arbeit oder verwenden Werkzeuge
nicht bestimmungsgemäß. Das sind die häufigsten Ursachen von Arbeitsunfällen in
der Gruppe der Berufseinsteiger", berichtet Sponholz. Daher setzt der
Präventionsexperte auf direkte Information und Aufklärung. "Mit diesen
Vorträgen sensibilisiere ich die nächste Generation des Kfz-Handwerks, um die
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit immer im Blick zu behalten", führt er
weiter aus.

Sicher kopfüber befreien

Wie es ist, selbst einen Unfall zu haben, konnten die Auszubildenden mit dem
BGHM-Überschlagsimulator erleben. Der Simulator besteht aus einem echten
Fahrgastraum eines Kleinwagens, der über die Seite um 180 Grad gedreht werden
kann. Jeweils zwei Jugendliche trainierten auf dem Fahrer- und Beifahrersitz,
wie sie sich nach einem Wegeunfall aus einem auf dem Dach liegenden Auto
befreien können. Vor dem Simulationsstart gab es eine ausführliche
Sicherheitseinweisung durch zwei Fachleute der BGHM. Denn einmal auf den Kopf
gedreht, fällt den Insassen die Orientierung im Fahrgastraum sehr schwer. Mehr
noch - kopfübergedreht, steigt das Blut in den Kopf und das gesamte
Körpergewicht drückt die Insassen in den Anschnallgurt. Unter Anweisungen der
BGHM-Beschäftigten konnten sich die Teilnehmenden selbst befreien. Und wenn es
einmal nicht sofort klappte, halfen sie den Auszubildenden beim sicheren
Ausstieg.

Prävention von Beginn an im Kopf verankern

Damit die Auszubildenden sich nicht nur am Veranstaltungstag mit dem Thema
Arbeitsschutz befassen, informierte Sponholz die Auszubildenden über das
Präventionsprogramm "Jugend will sich-er-leben" der gesetzlichen
Unfallversicherung und stellte die zugehörige Homepage vor. Ziel des Programms
ist es, Auszubildende schon ab dem Berufsstart für den Arbeitsschutz zu
sensibilisieren. Dazu stellen die Landesverbände der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV) Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, mit denen
Lehrkräfte in der Berufsschule und betriebliche Ausbilderinnen und Ausbilder
spezielle Arbeitsschutzthemen vermitteln können.



Weitere Informationen zu "Jugend will sich-er-leben", dem Quiz und dem Kreativwettbewerb


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft für Holz und Metall BGHM