03.11.2017

Gesundheitliche Chancengleichheit im Betrieb und wie sie gelingen kann

Sind Polizisten auf Streife stärker gefährdet als Polizistinnen? Passt die
Sicherheitsbekleidung im Betrieb Männern und Frauen? Ist die Mitarbeiterin aus
der Buchhaltung krank, weil es zu sexuellen Belästigungen kam? Prävention und
Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz haben vielfach auch eine geschlechtliche
Dimension. Eine wissenschaftliche Publikation der Initiative Gesundheit und
Arbeit (iga) zeigt, wie Unternehmen systematisch ungleiche Gesundheitschancen
von männlichen und weiblichen Mitarbeitern erkennen und etwaige Defizite
beheben können.

Der iga.Report 35 "Gesundheitliche Chancengleichheit im Betrieb: Schwerpunkt
Gender" stellt zentrale Leitlinien für ein geschlechtergerechtes und
gesundheitsförderliches Arbeitsumfeld vor - vom Abbau von Stereotypen (wie z.
B. "Kinderbetreuung ist Frauensache") bis zur Herstellung von
Chancengleichheiten von Männern und Frauen. Es wird aufgezeigt, wie Prävention
und Gesundheitsförderung im Arbeitsumfeld mit dem "Gender-Blick" betrachtet,
gesundheitliche Gefährdungen erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden
können. Dabei geht es unter anderem darum, wie Belastungen und der Zugang zu
"Ressourcen" in Beruf und Familie - wie z. B. die freie Arbeitszeitgestaltung
und Erholungsmöglichkeiten - bei den Geschlechtern verteilt sind. Der Report
enthält zahlreiche Praxiswerkzeuge, darunter einen Fragebogen zum Thema "Gender
und psychische Belastungen", Analyse-Tools sowie Tipps zur gendersensiblen
Sprache.

Die Anwendung der vorgestellten Maßnahmen und Werkzeuge kann Unternehmen viele
Vorteile bringen: von der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben oder firmeneigener
ethischer Ansprüche bis hin zu einem ökonomischen Nutzen, z. B. durch die
Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber.

Zum iga.Report 35 (Download)


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)