07.09.2017

Geflüchtete im Betrieb - Herausforderung für den Arbeitsschutz

Die deutsche Wirtschaft bemüht sich nach Kräften, geflüchtete Menschen in den
Arbeitsmarkt zu integrieren. Damit fachliche oder sprachliche Lücken nicht zum
Gesundheitsrisiko werden, lernen sie in vielen Unternehmen, warum Sicherheit
und Gesundheit bei der Arbeit so wichtig ist. Das Magazin "etem" zeigt an einem
Beispiel, wie beide Seiten diese Herausforderung angehen.

Rund eine Million Menschen haben seit 2015 in Deutschland Zuflucht gesucht.
Viele von ihnen wollen sich und ihre Familien nicht nur vor politischer
Verfolgung in Sicherheit bringen, sondern hier ein neues Leben beginnen - auch
im Beruf. Damit das gelingt, benötigen die Berufsanfänger nicht nur sprachliche
und fachliche Kenntnisse. Sie brauchen auch Menschen wie Ausbildungsleiter
Thilo Lindner von der Stuttgarter Lapp Group. Er zeigt ihnen ab dem ersten Tag
im Betrieb, welche Risiken am Arbeitsplatz drohen und wie sie sich davor
schützen können.

Es gibt dabei viele Wege zum Ziel, wie der Technische Aufsichtsbeamte Florian
Kraugmann von der BG ETEM betont. Entscheidend sei, wie die Inhalte zu
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz vermittelt werden. Dafür stellt die BG
ETEM zum Beispiel zahlreiche Unterrichtsmedien bereit, die bevorzugt mit
Bildern und Piktogrammen arbeiten - von Trickfilmen bis hin zu
InterAktiv-Lernmodulen.

Beim Umgang mit gering qualifizierten Kräften, die wenige Sprachkenntnisse
haben, kommt der bildgestützten Prävention besondere Bedeutung zu. Daneben
können Peer-Systeme hilfreich sein: Gruppen aus Mitarbeitern gleicher Herkunft
und Sprache sowie spezielle Schulungen der Sicherheitsfachkräfte und
Aufsichts-personen. Wenn dann noch Empathie und Geduld hinzukommen, kann die
Integration in die deutsche Arbeitswelt gelingen - ein wichtiger Schritt auf
dem Weg zur gesellschaftlichen Integration der Geflüchteten.

Bei der BG ETEM berät Joydeep Mukherjee Mitgliedsunternehmen zu Fragen im
Zusammenhang mit Geflüchteten. Er stellt klar, dass Geflüchtete kein höheres
Unfallrisiko darstellen als Einheimische.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse- BG ETEM