31/01/2019

Gefahr durch Kälte, Nässe und glatte Flächen - Tipps für die Arbeit im Winter

Moderne technische Verfahren und die Bauchemie machen viele Bauarbeiten
auch bei kalter Witterung möglich. Doch nasskaltes Wetter, Eis und Schnee bergen
zugleich Gefahren - die Zahl der Erkältungskrankheiten und die Unfallrisiken
sind hoch. "Deshalb müssen die Unternehmen und Beschäftigten für persönlichen
Kälteschutz und ein sicheres Arbeitsumfeld sorgen", sagte Bernhard Arenz,
Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU).

Wer im Freien arbeitet, ist bei kalter Witterung besonders belastet und der
Krankenstand ist hoch. Wie der Fehlzeitenreport 2018 der AOK aufzeigt, lag die
jährliche Arbeitsunfähigkeit im Hoch- und Tiefbau bei 15 Tagen. Das sind 3,3
Tage mehr als im Schnitt aller Branchen und 5,7 Tage mehr als beispielsweise
bei den Beschäftigten von Banken und Versicherungen. Krankheitsbedingte
Fehlzeiten von Fachkräften sind vor allem für Klein- und Mittelbetriebe ein
schwerwiegender Kostenfaktor.

Häufig ist falsche Bekleidung die Ursache für hartnäckige Erkältungen und
chronische Krankheiten der Atemwege. Wer körperlich schwer arbeitet, kommt ins
Schwitzen und ohne Winterschutzkleidung ist eine Erkältung vorprogrammiert.
Zu empfehlen ist das Zwiebelprinzip, bei dem mehrere Lagen Kleidung übereinander
getragen werden, eine Fleeceschicht soll für Wärme sorgen. Die äußere Kleidungs-
schicht soll Nässe vom Körper abhalten und Schweiß nach außen abgeben können.

Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet die Arbeitgeber, für den Schutz ihrer
Beschäftigten zu sorgen und durch Gefährdungsbeurteilungen zu prüfen, welche
Persönlichen Schutzausrüstungen sinnvoll sind. "Sinnvoll ist die Bekleidung
etwa nach den Normen DIN EN 20471 oder DIN EN 343, die den Wetterschutz mit der
Warnfunktion kombiniert", betont Arenz. Ebenfalls wichtig seien für den
jeweiligen Arbeitsplatz geeignete Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe der
Kategorie S3 mit rutschfesten Sohlen sowie Industrieschutzhelme, zum Beispiel
nach DIN EN 397 sowie Wintermützen zum Unterziehen.

Außerdem geschehen in den Wintermonaten viele Arbeitsunfälle auf Deutschlands
Baustellen: Über 23.000 meldepflichtige Unfälle waren es im letzten Winter
(Dezember 2017 und Januar, Februar 2018). Gefahrenquellen sind vor allem
rutschige Flächen, zum Beispiel auf Gerüsten, Baumaschinen oder Verkehrswegen.
"Daher sind Streu- und Räumpflichten zu beachten", so Arenz, "damit den
Beschäftigten nichts passiert." Unangenehme Überraschungen, zum Beispiel durch
Schneefälle, können Unternehmen vermeiden, wenn sie den Winterdienst schon bei
der Bauprojektplanung und der Ausschreibung berücksichtigen.

Oft sind es auch schlechte Lichtverhältnisse, die ihren Preis fordern. Deshalb
müssen Baustellen in der dunklen Jahreszeit gut beleuchtet werden, ergänzt der
Präventionsleiter. Für Arbeitsplätze sind je nach Tätigkeit bis zu 500 Lux
erforderlich und auf Verkehrswegen ist blendfreies Licht mit mindestens 20 Lux
geboten.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - BG BAU