23.01.2019

Gefährdungsbeurteilung: Auf der sicheren Seite

In Zeiten des Arbeitskräftemangels ist es besonders wichtig dafür
Sorge zu tragen, dass Arbeitssicherheit in Betrieben gelebt, Leben und Gesundheit
der Mitarbeiter geschützt und Schadensfälle verhindert werden. Die sogenannte
Gefährdungsbeurteilung stellt die grundlegende Basis in der betrieblichen
Prävention dar. Prävention erhält nicht nur die Gesundheit, sondern spart auch
Geld: 400 Euro kostet Unternehmen nach Schätzungen ein Ausfalltag im Durchschnitt.
In der aktuellen Ausgabe von etem 6.2018 - Magazin für Prävention, Rehabilitation
und Entschädigung der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
(BG ETEM) wird ausführlich über betrieblichen Nutzen, rechtliche Pflichten u.v.m.
aufgeklärt und Hilfestellungen für Arbeitgeber gegeben.

Viele Unternehmen werden von Sicherheitsfachkräften und Betriebsärzten betreut.
Besonderes Augenmerk legen sie auf eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung.
Kleinbetriebe mit weniger als 51 Beschäftigten, die nicht über diese Beratungs-
kompetenz verfügen, können sich im Rahmen eines alternativen Betreuungsmodells,
des sog. Unternehmermodells, selbst Kenntnisse über betrieblichen Arbeitsschutz
aneignen und darüber, wie eine Gefährdungsbeurteilung zu erarbeiten ist.
Dazu bieten verschiedene Ausbildungsträger Grund- und Aufbauseminare an, die
beispielsweise von Berufsgenossenschaften wie der BG ETEM fachlich betreut und
finanziert werden. An den Seminaren müssen die "Chefs" persönlich teilnehmen,
da sie die Verantwortung für alle Tätigkeiten im Betrieb tragen. Ziel der
Gefährdungsbeurteilung ist es, dass der Betrieb sein System der Arbeitssicherheit
selbst analysiert, die Gefährdungen für Leben und Gesundheit der Beschäftigten
erkennt und entsprechend des Risikos praxisgerechte Maßnahmenn zur Verhinderung
von Schadensfällen erarbeitet.

Die Einbindung aller beteiligten Mitarbeiter in das Thema Arbeitssicherheit
fördert ein gesundes Arbeitsklima. Denn wer kennt nicht selbst die Risiken und
Gefahren in seinem Arbeitsumfeld am besten? Zusätzlich fühlen sich so alle mit
ihren Problemen ernst genommen. Da psychische Erkrankungen in den letzten
Jahren zugenommen haben, wurde die Gefährdung durch psychische Belastungen am
Arbeitsplatz 2013 in das Arbeitsschutzgesetz aufgenommen. Erfahrungen zeigen,
dass die intensive Beschäftigung mit diesem Thema hilft, Spannungen zwischen
Leitung und Belegschaft abzubauen, das Verständnis füreinander zu fördern und
somit den Betriebsfrieden nachhaltig zu sichern.

Regelmäßig aktualisieren
Eine einmal sorgfältig erarbeitete Gefährdungsbeurteilung sollte nicht in der
Schublade verschwinden, sondern in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden.
D.h. besonders bei Neu- und Umbau von Betriebsanlagen, der Umrüstung von
Maschinen, der Einführung gesundheitsgefährdender Arbeitsstoffe, nach Arbeits-
unfällen oder Beinahe-Unfällen und der Änderung von Vorschriften. Doch wie
erstellt man nun eine Dokumentation mit dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung,
den festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und dem Ergebnis ihrer Überprüfung?
Zur Unterstützung der Betriebe hat beispielsweise die BG ETEM zahlreiche allgemeine
sowie branchenspezifische Arbeitshilfen wie eine Broschüre "Gefährdungsbeurteilung"
erstellt, mit denen alle erarbeiteten Daten elektronisch oder schriftlich fest-
gehalten werden können. Sämtliche Instrumente stehen den Mitgliedsbetrieben der
BG ETEM kostenlos zum Download zur Verfügung. Auch ein Software-Programm
"Praxisgerechte Lösungen" wurde speziell für Klein- und Mittelbetriebe entwickelt,
das mit einer umfangreichen Materialsammlung und Vorlagen bei der Erstellung
hilft.

Außerhalb von Betrieben müssen beispielsweise auf Bau- und Montagestellen oder
am Film-Set vor Arbeitsbeginn sogenannte Ergänzende Gefährdungsbeurteilungen
erstellt werden. Dafür stehen Hilfsmittel wie Abreißblöcke in Papierform und
eine App für Smartphones sowie Tablets zur Verfügung, aus denen sich direkt ein
PDF per E-Mail an den Betrieb senden lässt.

TIPP: Wer Digitales bevorzugt, kann sich im interAKTIV-Lernmodul zur Gefährdungs-
beurteilung unter www.bgetem.de und der Eingabe des Webcodes 17795004 zusammenfassend
anschauen, warum eine Gefährdungsbeurteilung verpflichtend und wichtig für alle
Betriebe ist und worauf im Einzelnen zu achten ist.

Der komplette, ausführliche Artikel "Königsweg zur Sicherheit" ist nachzulesen
in etem 6.2018 - Magazin für Prävention, Rehabilitation und Entschädigung der
Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM).

Zum Artikel "Königsweg zur Sicherheit"


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM).