Fraunhofer-Studie bestätigt Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Luftbefeuchter haben einen positiven Effekt auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit

Das Raumklima zählt neben der Raumakustik und der Beleuchtung zu den Arbeitsumgebungsfaktoren, die einen direkten Einfluss auf Wohlbefinden, Leistungsfähigkeit und Gesundheit haben können. Das Raumklima wird dabei maßgeblich durch die relative Luftfeuchtigkeit und die Raumtemperatur bestimmt. Ein Drittel der Büroarbeiter empfindet die Luftfeuchte am Arbeitsplatz als die größte Störquelle (vgl. SBiB-Studie, Hochschule Luzern (2010)). Trotzdem sind verbindliche, rechtliche Vorgaben oder Richtwerte zur Luftfeuchtigkeit in Bürogebäuden bislang nicht vorhanden. Im Rahmen des Verbundforschungsprojektes Office 21® untersuchte daher das Fraunhofer IAO in Zusammenarbeit mit der DRAABE Industrietechnik GmbH, welche Wirkungen die Luftfeuchte am Büroarbeitsplatz hat.

Erfrischendes Raumklima

Die Untersuchungen erfolgten im Workspace Innovation Lab im Zentrum für virtuelles Engineering ZVE des Fraunhofer IAO und wurden zusätzlich durch eine internetbasierte Befragung gestützt. Auf einer geschlossenen Bürofläche wurden drei Direkt-Raumluftbefeuchter vom Typ DRAABE NanoFog Evolution eingesetzt. Innerhalb von vier Untersuchungsperioden wurde die Direkt-Raumluftbefeuchtung im Untersuchungsraum jeweils für mehrere Wochen ein- und ausgeschaltet. Verglichen werden die Befragungsergebnisse Luftbefeuchtung »an« und Luftbefeuchtung »aus« mit weiteren Bereichen im Gebäude ohne Luftbefeuchtung.

Bei der Frage nach der Empfindung der Luftfeuchte zeigt sich ein erwartungsgemäß großer Unterschied für die unterschiedlichen Szenarien: Bei aktiver Luftbefeuchtung stimmt keiner der Befragten zu, dass die Luftfeuchtigkeit häufig als zu niedrig empfunden wird. Sind die Luftbefeuchter hingegen nicht aktiv, gibt es auf die Frage eine Zustimmung von jeweils 44 Prozent. Die Differenz der Die durchschnittliche Erhöhung der relativen Luftfeuchte von 28,5 Prozent auf 38,5 Prozent bewirken bei den Büronutzern ein positives Empfinden: 54 Prozent der Befragten beurteilen die Direkt-Raumluftbefeuchter als sehr erfrischend. Nur 33 Prozent Zustimmung gibt es dafür, wenn die Direkt-Raumluftbefeuchtung nicht aktiv ist.

Das trockene Auge

Da Bürotätigkeit heute immer auch Bildschirmarbeit beinhaltet, gilt die mögliche Belastung der Augen als eine wichtige Einflussgröße für die allgemeine Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Bei der Befragung zum Symptom »Augenbrennen« zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Büroflächen mit und ohne Luftbefeuchtung: 41 Prozent der Befragten in Büros ohne Luftbefeuchtung bestätigen, dass häufig die Augen bei der Arbeit brennen. Ist eine Luftbefeuchtung im Einsatz, reduzieren sich die Beschwerden um fast die Hälfte. Nur noch 23 Prozent der befragten Büroarbeiter leiden dann häufig unter Augenbrennen.

Ausgetrocknete Schleimhäute

Die Schleimhäute des Atmungstraktes (Nase, Bronchien, Lunge) erfüllen eine wichtige Schutz- und Selbstreinigungsfunktion. Die Viskosität der Schleimhäute ist mit entscheidend, wie schnell Erreger aus dem Körper heraustransportiert werden. Je schneller dies passiert, desto geringer ist das Risiko einer Erkrankung. Klinische Untersuchungen unterstützen die Aussage, dass die Luftfeuchte die Viskosität der Schleimhäute beeinflusst . Wie auch bei der Frage zum Augenbrennen zeigen sich hier unterschiedliche Zustimmungen in den Befragungsgruppen: 54 Prozent der Mitarbeiter in Büros ohne Luftbefeuchtung stimmen der Aussage zu, dass sie häufig ausgetrocknete Atemwege bei der Arbeit haben. An Arbeitsplätzen mit Luftbefeuchtung reduzieren sich die Beschwerden über ausgetrocknete Atemwege um über ein Drittel auf 35 Prozent.

Stimmprobleme

Vor allem für Berufsgruppen, die viel sprechen müssen, ist durch den dauerhaften Gebrauch der Stimme das Risiko groß, an Stimmstörungen zu erkranken. Über 60 Prozent der Callcenter-Mitarbeiter leiden beispielsweise häufig unter Stimmbelastungen. Häufige Symptome sind Trockenheit im Rachen und Kehlkopf, Schluckzwang, vermehrtes Räuspern und Heiserkeit. Die Umfrage zeigt eine deutliche Tendenz, dass bei geringer Luftfeuchtigkeit Stimmprobleme ansteigen können: In Arbeitsumgebungen ohne Luftbefeuchtung leidet knapp ein Drittel (29 Prozent) häufig an Problemen mit der Stimme. Wird die Luft hingegen kontinuierlich befeuchtet, äußern nur noch 18 Prozent Beschwerden über häufige Stimmprobleme.

Zusammenfassung

Die Fraunhofer Studie zeigt, dass die Büroarbeiter in Flächen mit und ohne Luftbefeuchtung unterschiedlich stark an den beschriebenen Symptomen leiden. So bestätigt sich ein Einfluss der Luftfeuchte auf mögliche Augenreizungen, auf die Trockenheit der Schleimhäute und auf mögliche Stimmprobleme. Für alle abgefragten Symptome äußern die Befragten in Büros mit einer zusätzlichen Direkt-Raumluftbefeuchtung weniger Beschwerden. Die Luftfeuchtigkeit am Arbeitsplatz ist daher als ein Baustein zur Erhöhung des Wohlbefindens und zur möglichen Reduzierung von gesundheitlichen Belastungen zu bewerten. Als bestätigt gilt für das Fraunhofer IAO, dass der zusätzliche Einsatz von Luftbefeuchtungssystemen einen positiven Effekt auf die Beurteilung des Arbeitsplatzes hat und sich ebenso auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Büroarbeiter auswirkt.

Die Studie anfordern

Eine 24-seitige kommentierte Zusammenfassung der Studie kann mit einer E-Mail an dominic.giesel@draabe.de kostenfrei angefordert werden.