06.03.2019

Fakten: Beschäftigte fühlen sich durch die Arbeit stärker belastet - Hohe Arbeitsintensität stellt Gesundheitsrisiko dar

Immer mehr Beschäftigte in Deutschland fühlen sich durch eine hohe
Arbeitsintensität belastet. Während beispielsweise im Jahr 2006 noch 43 Prozent
der Beschäftigten angaben, sich durch sehr schnelles Arbeiten belastet zu
fühlen, stieg der Anteil im Jahr 2018 auf 51 Prozent. Das zeigen Ergebnisse der
BIBB/BAuA-Erwerbstätigenbefragungen aus den Jahren 2006, 2012 und 2018. Das
jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
veröffentlichte Faktenblatt "Zeitdruck und Co - Wird Arbeiten immer intensiver
und belastender?" vergleicht die Ergebnisse unter dem Aspekt der Arbeitsintensität.
Die Auswertung der Befragungen, an denen jeweils über 17.000 abhängig Beschäftigte
teilgenommen hatten, zeigt jedoch auch, dass die Arbeitsintensität über die Zeit
nicht zugenommen hat und teilweise sogar rückläufig ist.

Im vergangenen Jahr gaben sechs von zehn Befragten an, häufig Verschiedenes
gleichzeitig bearbeiten zu müssen. Etwa die Hälfte der Befragten sagte, dass
sie häufig unter starkem Termin-/Leistungsdruck arbeiten (48 Prozent) oder bei
der Arbeit gestört werden (46 Prozent). Insgesamt 34 Prozent der Befragten
gaben an, häufig sehr schnell arbeiten zu müssen und 16 Prozent gehen häufig
bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit bei der Arbeit.

Während die meisten Angaben im Zeitvergleich nahezu konstant blieben, ging die
Zahl der Beschäftigten, die angab, unter starkem Termin- oder Leistungsdruck
oder auch sehr schnell zu arbeiten, hingegen zurück. Insgesamt lässt sich hier
ein Rückgang von bis zu 11 Prozentpunkten beobachten.

Inwieweit diese Arbeitsbedingungen nun als Belastung empfunden werden, ist sehr
unterschiedlich. Beispielsweise empfand es 2018 rund ein Drittel der Betroffenen
als belastend, gleichzeitig verschiedene Aufgaben zu bearbeiten. Hingegen erlebten
mehr als drei Viertel das häufige Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit
als Belastung. Und während die Arbeitsintensität durch schnelles Arbeiten
signifikant gesunken ist, nahm dies im vergangenen Jahr mehr als jeder zweite
Betroffene als Belastung war.

Bei den Erwerbstätigenbefragungen wurden insgesamt fünf verschiedene Arbeits-
bedingungen als Indikatoren für Arbeitsintensität erfragt. Es zeigt sich, dass
in der Gruppe der Beschäftigten, die all diesen Bedingungen häufig ausgesetzt ist,
fast die Hälfte von Erschöpfung berichtet (49 Prozent). In der Gruppe der
Beschäftigten, die keine der fünf Bedingungen häufig erleben, geben nur 7 Prozent
an, erschöpft zu sein.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine hohe Arbeitsintensität mit Erschöpfung der
Beschäftigten einhergeht und damit ein gesundheitliches Risiko darstellen kann.
Das BAuA-Faktenblatt empfiehlt, aktiv das Stresspotenzial zu senken.
Beispielsweise sollten Führungskräfte ihren Beschäftigten einen angemessenen
Handlungsspielraum über Geschwindigkeit, Inhalt und Anordnung ihrer Aufgaben
geben. Dies könne den negativen Effekten einer hohen Arbeitsintensität
entgegenwirken.

baua: Fakten "Zeitdruck und Co - Wird Arbeiten immer intensiver und belastender?" (PDF)


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)