14/02/2018

Fachkräfte für Arbeitssicherheit benötigen viele Kompetenzen

Für die sicherheitstechnische Betreuung von Betrieben sind in
Deutschland vor allem die Fachkräfte für Arbeitssicherheit zuständig. In einem
Forschungsprojekt hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
(BAuA) untersucht, ob sowohl gegenwärtig als auch künftig ausreichend
Fachkräfte zur Verfügung stehen. Zudem ging das Projekt der Frage nach,
inwieweit die Fachkräfte über die erforderlichen Kompetenzen verfügen, um ihre
Aufgabe zu erfüllen. Der nun veröffentlichte baua: Bericht "Bedarf an
Fachkräften für Arbeitssicherheit in Deutschland" fasst die Ergebnisse
zusammen. Dabei zeigt sich, dass die Fachkräfte den zeitlichen Betreuungsbedarf
mit hoher Wahrscheinlichkeit decken. Zugleich wird deutlich, dass Fachkräfte
für Arbeitssicherheit über ein zunehmendes Maß an Kompetenzen verfügen müssen.

Die Betreuung von Betrieben durch Fachkräfte für Arbeitssicherheit regeln das
Arbeitssicherheitsgesetz und die DGUV Vorschrift 2. Auf Grundlage der nach der
DGUV Vorschrift 2 möglichen Formen der sicherheitstechnischen und
betriebsärztlichen Betreuung hat die BAuA verschiedene Bedarfsszenarien
angenommen. Im Rahmen einer Soll-Ist-Bilanzierung wurde anhand dieser Modelle
der minimale sowie der maximale Betreuungsbedarf ermittelt. Dabei zeigt sich,
dass die Fachkräfte für Arbeitssicherheit gegenwärtig aber auch in Zukunft den
zeitlichen Betreuungsbedarf in den Betrieben mit hoher Wahrscheinlichkeit
decken werden.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben ein umfangreiches und anspruchsvolles
Aufgaben- und Tätigkeitspektrum. Um dieses umzusetzen, benötigen sie neben
fachlichen Kompetenzen eine Vielzahl weiterer Fähigkeiten. Um zu ermitteln,
über welche Kompetenzen die Fachkräfte für Arbeitssicherheit verfügen,
untersuchte die BAuA, welcher Kompetenzerwerb aus der Ausgangsqualifikation,
der Ausbildung zum Erwerb der sicherheitstechnischen Fachkunde sowie der
Fortbildung aber auch über informelles Lernen und Erfahrung möglich ist. Neben
einer intensiven Literaturstudie führte sie dazu ergänzende Experteninterviews,
Datenabfragen und eine Onlinebefragung durch.

Bisher legt die Ausbildung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit einen
Schwerpunkt vor allem auf die fachlichen Kompetenzen. Im Zuge des Wandels der
Arbeit nehmen immer mehr Faktoren Einfluss auf die Arbeit der Beschäftigten und
auch der Betreuungsbedarf wird vielfältiger werden und sich dynamisch
weiterentwickeln. Anforderungen an Lernbereitschaft sowie Kooperations- und
Beratungskompetenzen im Zusammenwirken mit verschiedenen Professionen und
Akteuren im Betrieb werden für die Fachkräfte für Arbeitssicherheit weiter
wachsen. Kontinuierliche, systematische Kompetenzentwicklung und Fortbildung
werden zwingend erforderlich.

Zum BAuA-Bericht


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)