03.01.2019

Erneuertes Regelwerk für ehrenamtliche Feuerwehren - Organisation von Sicherheit und Gesundheitsschutz im Fokus

Aus alt mach neu: Mit der DGUV Vorschrift 49 "Feuerwehren" erscheint
erstmals eine spezielle Vorschrift für den ehrenamtlichen Feuerwehrbereich
(Freiwillige Feuerwehr). Die Vorschrift ersetzt die Unfallvershütungsvorschrift
(UVV) "Feuerwehren" (GUV-V C53), die seit 1989 in Kraft ist. Weiterentwicklung
in der Feuerwehrtechnik, veränderte rechtliche Rahmenbedingungen und neue
Erkenntnisse im Unfallgeschehen machten eine Überarbeitung notwendig. Parallel
erscheint die neue DGUV Regel "Feuerwehren" (105-049) . Sie ersetzt die Durch-
führungsanweisungen der alten UVV. Die einzelnen Unfallversicherungsträger
müssen die neue DGUV Vorschrift 49 jetzt jeweils für ihr Zuständigkeitsgebiet
in Kraft setzen. Die ersten werden dies schon zum 01.01.2019 umsetzen.

Was ist neu?
Die "Organisation von Sicherheit und Gesundheitsschutz" wurde neu in die
Vorschrift 49 aufgenommen. Das macht deutlich, dass dem Bereich Organisation
zukünftig besondere Bedeutung beigemessen wird. Die Gesamtverantwortung für die
freiwilligen Feuerwehren liegt dabei bei der jeweiligen Kommunen und Landkreisen
und nicht bei der Leitung der Feuerwehren. Ihnen obliegt damit auch die Verantwortung
für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Feuerwehrangehörigen. Dabei
sollten die Anforderungen und Strukturen des Ehrenamts besondere Berücksichtigung
finden.

In diesem Zusammenhang erläutert die Vorschrift auch die für den Arbeitsschutz
zentrale Gefährdungsbeurteilung. Wofür und wann muss sie erstellt werden? Wie
können die Anforderungen der neuen Vorschrift 49 erfüllt werden?

Den Feuerwehrdienst dürfen weiterhin nur Personen übernehmen, die für die
jeweilige Tätigkeit körperlich und geistig geeignet und fachlich befähigt sind.
Bestehen konkrete Zweifel an der Eignung, müssen sie ärztlich abgeklärt werden.
Diese Anforderung hat nicht zum Ziel, irgendjemanden aus der Feuerwehr
auszuschließen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten sich dort zu engagieren, auch
bei eingeschränkter Eignung für den aktiven Dienst. Aber für Tätigkeiten unter
Atemschutz und das Tauchen sind Eignungsuntersuchungen aber weiterhin zwingend
vorgeschrieben.

Die neuen Regelungen zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und zur Feststellung der
Eignung für das Tragen von Atemschutz berücksichtigen allerdings in besonderer
Weise die Belange des Ehrenamtes. So wird es nun möglich sein, Vorsorge und
Eignungsfeststellung gemeinsam durchzuführen. Dazu reicht eine geeignete Ärztin
oder ein geeigneter Arzt aus, ein spezieller Betriebsmediziner ist dazu nicht
mehr notwendig.

Zum Download ·DGUV Vorschrift 49 "Feuerwehren"


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)