28/07/2015

Erkältungen treiben Krankenstand hoch

Deutschlands Arbeitnehmer meldeten sich im ersten Halbjahr 2015 wieder häufiger
krank. Nach einer aktuellen Auswertung der DAK-Gesundheit kletterte der
Krankenstand auf 4,1 Prozent. Er hat sich damit im Vergleich zum
Vorjahreshalbjahr um 0,3 Prozentpunkte erhöht. Etwas mehr als jeder dritte
Berufstätige (38,3 Prozent) wurde im ersten Halbjahr 2015 mindestens einmal
krankgeschrieben. Insbesondere Erkältungskrankheiten machten den Betroffenen zu
schaffen: Die Anzahl der Fehltage aufgrund von Schnupfen und Husten stieg um 53
Prozent besonders stark an.


Mehr als die Hälfte aller Arbeitsunfähigkeitstage (56 Prozent) entfielen auf
drei Diagnosegruppen: Der häufigste Grund waren Muskel-Skelett-Erkrankungen,
wie beispielsweise Rückenschmerzen. Jeder fünfte Fehltag (20,6 Prozent) wurde
dadurch verursacht. Atemwegserkrankungen folgten knapp dahinter auf Rang zwei
mit einem Anteil von 20,4 Prozent an allen Fehltagen. Besonders auffällig: Die
Zahl der Krankheitsfälle von Schnupfen und Husten stieg stark - um 45 Prozent -
an. Frauen waren deutlich häufiger betroffen als Männer. Die durchschnittliche
Erkrankungsdauer betrug 6,6 Tage. Psychische Erkrankungen rangieren mit 15
Prozent auf Rang drei (Vorjahr: 16 Prozent). Hier gab es einen Anstieg bei den
Ausfalltagen: Ihre Zahl kletterte bezogen auf 100 Versicherte von 109,8 Tagen
im ersten Halbjahr 2014 auf 111,9 Tagen im Vergleichszeitraum in 2015. Darüber
hinaus haben Seelenleiden eine sehr lange Erkrankungsdauer - durchschnittlich
36,5 Tage. Das ist die zweitlängste nach den Neubildungen (Krebs). Zum
Vergleich: Die durchschnittliche Erkrankungsdauer über alle Krankheitsgruppen
betrug 11,7 Tage.

"Der Anstieg des Krankenstandes ist nicht dramatisch. Erkältungswellen gibt es
immer wieder, " sagt DAK-Vorstandschef Herbert Rebscher. "In diesem Jahr waren
die Erkältungskrankheiten jedoch besonders hartnäckig."

Im regionalen Vergleich waren die Berufstätigen aus den östlichen Bundesländern
mit einem Krankenstand von fünf Prozent insgesamt häufiger krankgeschrieben. Im
Westen betrug der Anteil vier Prozent. Zurückzuführen ist das vor allem auf
eine deutlich höhere Fallhäufigkeit in den östlichen Bundesländern: Insgesamt
waren es im ersten Halbjahr 2015 20 Prozent mehr Fälle und im Durchschnitt hat
ein Fall fünf Prozent länger als im Westen gedauert. So kommen insgesamt 25
Prozent mehr Fehltage zusammen.

Für die aktuelle Krankenstands-Analyse hat das Berliner IGES Institut die Daten
von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten für das erste Halbjahr 2015
ausgewertet.

Vergleich: Die wichtigsten Diagnosen zusammen mit ihrem Anteil an den Fehltagen
im ersten Halbjahr 2015/2014
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2015

1. Muskel-Skelett-System (20,6 Prozent)

2. Atmungssystem (20,4 Prozent)

3. Psychische Erkrankungen (15 Prozent)

4. Verletzungen und Vergiftungen (10,9 Prozent)

5. Verdauungssystem (5,1 Prozent)

6. Infektionen (5,0 Prozent)

7. Neubildungen (4,3 Prozent)

8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,2 Prozent)

9. Kreislaufsystem (4,1 Prozent)

10. Unspezifische Symptome (3,6 Prozent)



2014

1. Muskel-Skelett-Erkrankungen (22,6 Prozent)

2. Psychische Erkrankungen (16,0 Prozent)

3. Atmungssystem (14,5 Prozent)

4. Verletzungen und Vergiftungen (12,0 Prozent)

5. Verdauung (5,6 Prozent)

6. Neubildungen (4,7 Prozent)

7. Kreislaufsystem (4,4 Prozent)

8. Nervensystem, Augen, Ohren (4,4 Prozent)

9. Infektionen (4,3 Prozent)

10. Unspezifische Symptome (3,8 Prozent)


AplusA-online.de - Quelle: DAK-Gesundheit