24.09.2018

Eichendorf: Deutschland keinesfalls Schlusslicht beim Arbeitsschutz

Zur Berichterstattung in der ARD-Sendung plusminus über die Situation des
Arbeitsschutzes in Deutschland erklärt der stv. Hauptgeschäftsführer der Deutschen
Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Dr. Walter Eichendorf:

"Jeder Mensch, der sein Leben aufgrund eines Arbeitsunfalls verliert, ist einer
zu viel. Das muss gerade vor dem Hintergrund gesagt werden, dass es in der
ersten Jahreshälfte 2018 206 tödliche Arbeitsunfälle gegeben hat. Daraus
abzuleiten, Deutschland sei das Schlusslicht in Sachen Arbeitsschutz, ist
jedoch unseriös. Laut einer weltweiten Recherche des Arbeitsministeriums von
Singapur ist Deutschland nur eines von vier Ländern auf der Welt, die
nachhaltig über mehrere Jahre weniger als einen tödlichen Arbeitsunfall pro
100.000 Beschäftigte erreicht haben.

Wir alle zusammen sollten uns dennoch nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen.
Deshalb arbeiten staatliche Aufsicht und gesetzliche Unfallversicherung auch
Hand in Hand dafür, dass die Zahl der schweren und tödlichen Arbeitsunfälle
weiter sinkt. Für dieses Ziel, die Vision Zero, gehen allein auf Seiten der
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen jeden Tag über 2.500 Präventionsfachleute
in die Betriebe. Die gesetzliche Unfallversicherung schult jedes Jahr fast
400.000 Menschen in Fragen der Sicherheit und Gesundheit und weitere 2 Millionen
in Fragen der Ersten Hilfe am Arbeitsplatz. Mit der Kampagne 'kommmitmensch'
unterstützen BGen, UKen und die DGUV derzeit die Betriebe bei der Förderung der
Kultur der Prävention.

Es stimmt, dass es noch Betriebe gibt, in denen in Sachen Sicherheit einiges im
Argen liegt, was immer wieder auch zu schweren Unfällen führt. Überwachung ist
in diesen Fällen das richtige Mittel. Klar ist aber auch: Kontrolle kann nicht
alles sein. Weitere Fortschritte bedürfen nicht nur ausreichender Ressourcen
für die Überwachung und Beratung - zwei Seiten derselben Medaille -, sondern
auch des politischen und gesellschaftlichen Willens, Sicherheit und Gesundheit
bei der Arbeit Vorrang einzuräumen."

Zum ARD plusminus-Beitrag


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - DGUV