11.10.2018

DKV-Report 2018 - Frauen und Erwachsene ab Mitte 40 mit ausgeprägter Lärmempfindlichkeit

So verschieden die Geschmäcker sind, so verschieden ist auch das Lärmempfinden.
Was für den einen die reinste Klangoffenbarung ist, bedeutet für den anderen
die ultimative Zerreißprobe für Trommelfell und Nerven. Lärm ist also
subjektiv. Und Lärm kann krankmachen.

Lärm, Einsamkeit, Regeneration - DKV-Report 2018

An Lärm kann man sich nicht gewöhnen. Der DKV-Report macht deutlich: Es besteht
offenbar ein Zusammenhang zwischen Lärmempfindlichkeit und dem subjektiven
Gesundheitszustand. Von den Befragten, die ihren Gesundheitszustand als
"überhaupt nicht gut" einschätzen, stufen sich 38 Prozent mit der höchsten
Lärmempfindlichkeit ein. Die Befragten, die ihren Gesundheits-zustand mit "sehr
gut" angeben, haben eine tendenziell geringere Lärmempfindlichkeit. Zu den
lärmempfindlichsten Menschen gehören vor allem Frauen und Erwachsene ab 46
Jahren.

"Vom Ticken der Armbanduhr bis zum Hämmern des Presslufthammers - Lärm wirkt
sich nicht nur auf das Ohr, sondern auf den gesamten Organismus aus", sagt Ingo
Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln und
wissenschaftlicher Leiter des DKV-Reports. "Die gesundheitlichen Folgen reichen
von Schlafstörungen und Stresssymptomen über Hörschäden bis hin zum
Herzinfarkt."

Lärmbelastung im Berufsleben dominant

Was die tatsachliche Lärmbelästigung angeht, scheint diese im Berufsleben
stärker wahrgenommen zu werden als im Privatleben. 49 Prozent fühlen sich im
Arbeitsleben zumindest etwas von Lärm belästigt, in ihrem Privatleben geben
dies nur 41 Prozent an. Die Top-Drei der störenden Krachmacher im Privatleben
sind vor allem Straßenlärm sowie Nachbarschafts- und Kinderlärm. Wenn sich
Menschen auf der Arbeit durch Lärm belästigt fühlen, dann vor allem durch
Maschinenlärm, Lärm durch Kollegen und Baustellenlärm.

Mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Der Blutdruck steigt und der Countdown
bis zum ersten Meeting läuft. Das Leben in der Großstadt kann sehr laut und
stressbeladen sein. Dieses Bild zeichnet auch der DKV-Report: Je größer der
Ort, in dem die Menschen wohnen, desto tendenziell häufiger fühlen sie sich in
ihrem privaten Umfeld durch Lärm belästigt. Befragte in Großstädten ab 500.000
Einwohnern leiden im Vergleich zu Personen, die in kleineren Orten leben, unter
der höchsten Lärmbelästigung. "Unsere Welt hat keinen Lautstärkeregler. Deshalb
sollten wir uns im Alltag bewusste Ruhekorridore schaffen", so Clemens Muth,
Vorstandsvorsitzender der DKV. Sieben von zehn Befragten zieht es deshalb auch
am Wochenende an ruhigere Orte außerhalb der Metropolen.

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AplusA-online.de - Quelle: ERGO Group AG