28.08.2018

Bund baut Messnetz für UV-Strahlung aus - Messungen ermöglichen bewussteren Umgang und UV-Prävention

Der Klimawandel beschert uns mehr sonnige und heiße Tage -
und damit auch mehr krebserregende UV-Strahlung. Um alle Bürgerinnen und Bürger
verlässlich über die aktuelle Belastung, die infolge ultravioletter Strahlung
entsteht, zuinformieren, erweitert das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sein
UV-Messnetz. mDen Startschuss hierfür gab Bundesumweltministerin Svenja Schulze
am Montag bei ihrem Besuch im BfS in Neuherberg bei München. Zu den 12 Messstationen
des UV-Messnetzes sollen bis Ende 2019 noch 20 weitere Stationen hinzukommen.

Svenja Schulze: "Die UV-Strahlung kann infolge des Klimawandels ansteigen, was
eine größere UV-Belastung der Bevölkerung nach sich zieht. Wir wollen die
UV-Prävention stärken. Dafür brauchen wir ein aussagekräftiges deutschlandweites
UV-Messnetz. Das bauen wir nun entsprechend aus."

Der Klimawandel wirkt sich in dreierlei Hinsicht auf die UV-Strahlung aus:
• Mehr sonnige Tage führen zu mehr Tagen mit hohen UV-Werten,
• im Frühjahr können je nach Wetterlage in der Atmosphäre sogenannte
Mini-Ozonlöcher auftreten, die den UV-Index bereits Ende März auf beachtliche
Werte ansteigen lassen können, und
• darüber hinaus erholt sich auch die Ozonschicht anscheinend nicht in dem Maße
wie ursprünglich prognostiziert.

Das bedeutet, dass die UV-Belastung für jeden Einzelnen steigen kann und damit
auch das Risiko für ernsthafte Erkrankungen der Haut und der Augen.

Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz: "Jedes Jahr
erkranken in Deutschland mehr Menschen an UV-bedingtem Hautkrebs. Diesem Trend
wollen wir entgegenwirken, indem wir die Voraussetzungen verbessern, damit sich
alle wirksam selbst schützen können. Dazu gehört auch, dass sich jeder über die
aktuelle UV-Belastung informieren kann. Deshalb erweitern wir das bestehende
UV-Messnetz - denn je dichter das Netz der Messstationen, desto zuverlässiger
sind die Angaben zum aktuellen UV-Index. Verlässliche Informationen sind die
Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Sonne."

Über Risiken aufzuklären ist für das BfS ein wesentlicher Baustein, um die
Bevölkerung zu schützen. Dazu gehört auch die Information über die herrschende
UV-Belastung in Deutschland. Diese wird im UV-Index ausgewiesen. Gemeinsam mit
dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Wetterdienst und weiteren Institutionen
betreibt das BfS das UV-Messnetz, das aus derzeit 12 Stationen besteht und um
weitere 20 ausgebaut werden soll. Hier wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
die UV-Strahlung gemessen und von der Messnetzzentrale des BfS in Neuherberg
bei München in den UV-Index übersetzt.

Das BfS arbeitet seit vielen Jahren daran, UV-bedingten Erkrankungen und vor
allem Hautkrebs entgegen zu wirken. Hochrechnungen auf Basis der Daten des
Krebsregisters Schleswig-Holstein von 2018 zeigen allerdings, dass die Zahl der
Hautkrebsneuerkrankungen weiter zugenommen hat. Demnach erkrankten 2015 rund
293.000 Menschen neu an Hautkrebs, davon etwa 258.000 an Hautkrebs hellen Typs
und etwa 35.500 am schwarzen Hautkrebs, dem Melanom. Dies sind etwa zehn
Prozent mehr als noch im Jahr 2013.

Zu den UV-Messdaten


AplusA-online.de - Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz