02.08.2018

Brände an Maschinen vermeiden

In vielen Branchen sind mögliche Brände und Explosionen am Arbeitsplatz immer
noch eine ernstzunehmende Gefahr. Gerade beim Arbeiten mit Maschinen kann es zu
schweren Brandereignissen kommen. Wie man diese verhindert und im Ernstfall
Sicherheit und Gesundheit gewährleistet, stand im Fokus der diesjährigen
Fachveranstaltung "Maschinen" des Fachbereichs Holz und Metall am 5. Juli 2018
in Bamberg. In mehreren Vorträgen sowie anhand einer Praxisvorführung einer
Metallstaub-Explosion erhielten rund einhundertvierzig Unternehmerinnen und
Unternehmer sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit und weitere Fachpersonen
einen Überblick über die aktuellen Neuerungen zum Thema Brand- und
Explosionsschutz an Maschinen.

Neue Norm für mehr Sicherheit

Seit vielen Jahren führt die BGHM unter fachlicher Federführung des DGUV
Fachbereich Holz und Metall gemeinsam mit engagierten Unternehmen und Experten
wissenschaftliche Untersuchungen durch und ist an der Übertragung der
Ergebnisse in das Vorschriften- und Regelwerk bzw. Normen und Richtlinien
maßgeblich beteiligt. Damit leistet die BGHM und andere Berufsgenossenschaften
Hilfestellung bei der sicheren Gestaltung der Maschinen in der Fertigung. Die
jüngste Überarbeitung einer solchen Norm stellte BGHM-Fachmann Harald Sefrin
vor. Er ist Vorsitzender der Working Group "Machinery: Fire Prevention and
Protection", welche die EN ISO 19353 "Sicherheit von Maschinen - Brandschutz"
überarbeitet hat. Darin wird beschrieben, wie eine Risikobeurteilung
hinsichtlich des Brandschutzes erstellt wird und anhand eines Praxisbeispiels
anschaulich erläutert. Auf der Veranstaltung skizzierten verschiedene
Herstellerfirmen, wie die Anforderungen der Norm bereits im industriellen
Alltag angewendet werden. So werden geprüfte Schutzsysteme wie beispielsweise Türlabyrinthe und Flammensperren gegen
Flammenaustritte sowie automatische Löschanlagen bereits bei der Planung und
Konstruktion in das Sicherheitskonzept der Maschinen mit eingebunden. Gerade
Lackieranlagen und deren Umgebung zählen vor allem wegen der Eigenschaften der
Beschichtungsstoffe zu den Arbeitsbereichen mit erheblicher Brandgefährdung.

Forschung für die Praxis

Da Brandereignisse bei Maschinen jedoch immer singulär und spezifisch sind und
sie höchst aufwändig untersucht werden müssen, hat die BGHM seit einiger Zeit
einen speziellen Versuchsstand zur Bestimmung der Reaktionsheftigkeit von
brennbaren Kühlschmierstoff-Luft-Gemischen in Betrieb genommen. "Mit diesem
Forschungsprojekt ist es uns möglich, realitätsnahe Versuche durchzuführen,"
erklärte BGHM-Experte Dr. Matthias Umbreit, der das Projekt sowie die
Fachveranstaltung mit initiierte. "Ziel der Untersuchungen ist es, wirksame
Schutzsysteme wie beispielsweise Türlabyrinthe, Flammensperren oder
Absaugeinrichtungen zu entwickeln, zu prüfen und deren Einsatz in der Praxis zu
testen. Damit können schwere Unfälle mit Brandverletzungen sicher verhindert
und die Maschinenbediener vor deren Auswirkungen geschützt werden."

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Vorstellung von Löschkonzepten,
Schutzsystemen gegen Flammenaustritt sowie Best-Practice-Beispielen sicherer
Maschinensteuerung. "Neue technologische Entwicklungen in der Zerspanung
brennbarer Werkstoffe wie etwa Magnesium-Legierungen im Leichtbau werden trotz
Verwendung neuer und weniger brennbarer Kühlschmierstoffe immer wieder zu
veränderten Herausforderungen in Sachen Brandschutz führen. Deshalb ist es
wichtig, dass die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung auch in Zukunft
den betroffenen Unternehmen durch ihre präventive Forschung und Beratung
unterstützend zur Seite stehen", sagte Harald Sefrin.

AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Holz und Metall - BGHM