20.03.2019

Betriebliches Eingliederungsmanagement: Wer braucht das?

Jeder muss es machen, aber kaum einer kennt es
Jedem Beschäftigten, der innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen
ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig ist, muss ein "Betriebliches
Eingliederungsmanagement (kurz: BEM)" angeboten werden. Schon seit 15 Jahren
ist dies gesetzlich verankert, im betrieblichen Alltag fristet es allerdings
ein Schattendasein. Insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen ist das
Verfahren kaum bekannt oder erscheint auf den ersten Blick kompliziert. "Ist es
aber nicht", sagt Thomas Fritsch von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel
und Gastgewerbe. "Insbesondere für kleine und mittlere Betriebe haben wir eine
praxisnahe Umsetzungshilfe entwickelt. In nur drei Schritten führt sie zu einem
erfolgreichen betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement", so der Reha-Fachmann.
Dabei werden die Unternehmen allerdings nicht alleine gelassen, erklärt Fritsch:
"Als gesetzliche Unfallversicherung helfen wir unseren Mitgliedsbetrieben, für
die konkreten Fälle die richtigen Ansprechpartner und bei Bedarf das richtige
Beratungsangebot zu finden."

Bürokratie oder konkreter Nutzen?
Das BEM dient dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und ist auch ein Instrument,
um den Folgen des demographischen Wandels wirksam zu begegnen. Für Arbeitgeber
rechnet es sich, weil es die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten
fördert, Fehlzeiten verringert und damit Personalkosten senkt. In Zeiten des
Fachkräftemangels ist das BEM aber auch ein wichtiges Instrument, um das
krankheitsbedingte Ausscheiden von Beschäftigten zu verhindern. "Gerade in kleinen
Betrieben wirkt sich der Ausfall von Mitarbeitern deutlich stärker aus als etwa
in einem Großunternehmen. So ist es für sie oft schwerer, Ersatz im eigenen
Betrieb zu finden. Betriebsabläufe werden erheblich gestört, Aufträge können
nicht mehr bearbeitet werden. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass sie
Kunden oder Gäste verlieren", beschreibt Thomas Fritsch den Nutzen.

BEM ganz einfach: Man kann nichts falsch machen
Das Verfahren ist denkbar einfach, denn der Gesetzgeber hat dazu keine konkreten
Vorgaben gemacht. Der Flyer "Was tun, wenn Mitarbeiter länger erkrankt sind?"
der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe erklärt die Vorgehens-
weise in drei einfachen Schritten. Ferner bietet die BGN praktische Unterstützung
an und hat hierfür eine Hotline geschaltet: Unter 0621/4456-1553 (oder per Mail
bem@bgn.de) werden Mitgliedsbetriebe individuell und kompetent beraten.

Weitere Informationen und Download des Flyers


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN)