06.09.2018

Beschäftigte in der Altenpflege: Doppeltes Risiko für Berufsunfähigkeit

Beschäftigte in der Altenpflege werden doppelt so häufig
erwerbs- oder berufsunfähig wie andere Berufsgruppen. Das ergab eine aktuelle
Auswertung von Versichertendaten der Techniker Krankenkasse (TK) im Rahmen des
TK-Gesundheitsreports. Demnach beziehen diese Berufsgruppen doppelt so häufig
Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrenten aufgrund ihrer Alters- und Geschlechts-
struktur als zu erwarten wäre.

Deutlich mehr Fehltage als der Durchschnitt

Darüber hinaus liegt die Anzahl der Fehltage bei Beschäftigten in der
Altenpflege mit 25,3 Fehltagen pro Versicherungsjahr deutlich über dem
Durchschnitt der Erwerbspersonen. Dieser liegt bei 15,1 Tagen. Thomas Ballast,
stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK: "Die Zahlen sind alarmierend.
Sie zeigen, dass viele Pflegekräfte gesundheitlich stark belastet sind und
sogar ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Es ist grundsätzlich gut, dass die
Politik das Thema Pflege nun anpackt. Wir stehen hier jedoch vor einer
gesamtgesellschaftlichen Aufgabe, für die alle Beteiligten an einen Tisch
müssen."

Handlungsbedarf bei professioneller und informeller Pflege

Die TK schlägt einen "Masterplan Pflegeberufe" vor, um die die Arbeitsbedingungen
am Bett zu verbessern und so die Attraktivität des Berufsbilds zu steigern.
Ziel ist auch, dass die heute in der Pflege Beschäftigten länger in ihrem Beruf
arbeiten können und dies öfter in Vollzeit tun. Neben einer höheren Vergütung
und einer größeren Lohnspreizung sieht die TK auch bei der Entwicklung von
Rückkehrangeboten, einer altersgerechten Arbeitsorganisation sowie dem Fördern
neuer Karrierewege Handlungsbedarf. Diese Handlungsfelder werden von der Politik
aktuell mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz adressiert. Für die Altenpflege
sind neben zusätzlichen Stellen auch die Förderung digitaler Entlastungs-
möglichkeiten, eine verbesserte betriebliche Gesundheitsvorsorge und die Stärkung
der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgesehen.

TK-Masterplan für die Pflege


AplusA-online.de - Quelle: Techniker Krankenkasse