07.09.2018

Beschäftigte im öffentlichen Dienst wünschen sich mehr Beteiligung

kommmitmensch-Dialoge helfen Angestellte aktiv zu beteiligen und
sind über die Webseite kommmitmensch.de der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen
erhältlich

Chef, hör uns doch mal zu! Deutlich häufiger als in anderen Wirtschaftszweigen
vermissen Beschäftigte im öffentlichen Dienst, dass sie sich in Fragen der
Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit einbringen können. Das zeigt eine
Umfrage der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die im Rahmen der
Präventionskampagne kommmitmensch durchgeführt wurde. Danach bewerteten
Befragte, die im öffentlichen Dienst arbeiten, Sicherheit und Gesundheit am
Arbeitsplatz schlechter als Befragte im produzierenden oder im Dienstleistungs-
gewerbe. Dieses Verhältnis spiegelt sich auch in den betrieblichen Möglichkeiten
zur Beteiligung wider: So fühlt sich jeder zweite Angestellte im öffentlichen
Dienst nicht in seinen Interessen wahrgenommen. Dabei sind es gerade die
sogenannten weichen Faktoren wie eine gute Präventionskultur und ein positives
Betriebsklima, über die Kommunen und öffentliche Einrichtungen Angestellte an
sich binden und neue Fachkräfte gewinnen können.

Beteiligung: Wichtiger Brückenschlag zu Mitarbeitenden
"Es ist die Aufgabe der Führungskräfte, mit gutem Beispiel voran zu gehen und
durch das eigene Tun und Handeln zu signalisieren: Sicherheit und Gesundheit
sowie die Beteiligung der Angestellten sind mir wichtig", sagt Manfred Sterzl,
Leiter der Prävention der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (UK NRW). Die in der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) organisierten Unfallkassen und
Berufsgenossenschaften zeigen im Rahmen der Kampagne kommmitmensch auf, welchen
Stellenwert Sicherheit und Gesundheit für den erfolgreichen Unternehmensbetrieb
haben. Am Beispiel einer Gefährdungsbeurteilung könne man gut erkennen, wie
wichtig dabei der Brückenschlag zu den Mitarbeitenden sei, so Sterzl. "Die
Angestellten sind die besten Experten für Gefährdungen an ihrem Arbeitsplatz,
zudem hat jeder - etwa bei psychischen Belastungen - ein anderes Empfinden. Um
herauszufinden, was das Personal beschäftigt, müssen Führungskräfte den Dialog
suchen."


kommmitmensch-Dialoge-Box: Anleitung und Hilfestellung für aktive Beteiligung
Wie sieht unser Arbeitsalltag in puncto Sicherheit und Gesundheit aus?
Was können wir gemeinsam tun, um unsere Kommunikations- und Präventionskultur
zu verbessern? Ein einfaches Instrument, um solche Fragen im Team zu diskutieren,
ist die kommmitmensch-Dialoge-Box. Diese können Verantwortliche kostenfrei auf
der kommmitmensch-Website oder per E-Mail bestellen. Neben einem Leitfaden und
einem Präsentationsplakat enthält die Box Dialogkarten zu den Themen
Kommunikation, Beteiligung, Betriebsklima, Fehlerkultur, Führung, Sicherheit
und Gesundheit. Diese regen zur gemeinsamen Entwicklung von Fragen und
Lösungsideen an. "Es ist wichtig, die Diskussion anhand konkreter Beispiele zu
führen und die Angestellten von Anfang an bei allen betrieblichen
Entscheidungen einzubeziehen - nicht nur bei Sicherheit und Gesundheit", betont
Manfred Sterzl. Im öffentlichen Dienst ergeben sich solche Gelegenheiten
beispielsweise bei Änderungen von Arbeitsverfahren oder bei der Einführung
elektronischer Verwaltungsvorgänge. "Eine ganzheitliche Beteiligung steigert die
Motivation der Mitarbeitenden und deren Identifikation mit dem Arbeitgeber."

Mehr Infos


AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversichung (DGUV)