06.04.2017

Berufskrankheitsfälle durch mechanische Einwirkungen

Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates verursachen fast jeden vierten
Ausfalltag aufgrund von Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Manche dieser
Erkrankungen sind als Berufskrankheiten definiert. Im Forschungsbericht
"Berufskrankheiten durch mechanische Einwirkungen" zeigt die Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) auf, in welchen Einzelberufen das
Risiko einer Berufserkrankung des Muskel-Skelett-Systems besonders hoch ist.
Bei den Männern sind vor allem Bergleute und Steinbearbeiter, Beschäftigte in
der Baubranche sowie Hilfsarbeiter betroffen. Für Frauen ist das Risiko in
Pflegeberufen, in der Geburtshilfe sowie in medizinischen Fachberufen besonders
hoch.

Körperlich belastende Tätigkeiten wie das Heben und Tragen schwerer Lasten,
Arbeiten in erzwungenen Körperhaltungen oder mit erhöhten Kraftanstrengungen
sowie sich ständig wiederholende manuelle Tätigkeiten können - oft durch
Verschleiß - zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen. Besteht ein ursächlicher
Zusammenhang zwischen ausgeübter Tätigkeit und Erkrankung, kann sie in die
Berufskrankheiten-Verordnung aufgenommen werden. Diese gesetzlich definierten
Berufskrankheiten werden wie Arbeitsunfälle durch die gesetzliche
Unfallversicherung reguliert. Zugleich besteht der Auftrag, Berufskrankheiten
zu verhüten. Bislang fehlte jedoch in der offiziellen Berichterstattung zum
Berufskrankheitengeschehen ein Bezug zur Erwerbsbevölkerung. Anhand von sechs
Berufskrankheiten, die durch körperliche Belastung ausgelöst werden können,
zeigt die BAuA Risiken und Präventionspotenziale auf. Dazu verknüpft der
Forschungsbericht die Bestandsdaten der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung mit den Daten des Mikrozensus, um die Rate bestätigter
Berufskrankheitsfälle für einzelne Berufe zu errechnen.

Aus diesen Ergebnissen lassen sich Präventionsbedarfe ermitteln und konkrete
Handlungspotenziale ableiten. Zudem zeigt der Bericht, dass gegenwärtige
Präventionskampagnen, wie beispielsweise das GDA-Programm "Verringerung von
arbeitsbedingten Gesundheitsgefährdungen und Erkrankungen im
Muskel-Skelett-Bereich", die richtigen Zielgruppen adressieren.

AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)