09.05.2018

BG BAU warnt vor tödlicher Gefahr - Anbaugeräte richtig wechseln

Schnellwechsel-Einrichtungen für Baumaschinen erlauben es, verschiedene
Anbaugeräte wie Tieflöffel, Rohrgreifer oder Abbruchwerkzeuge in wenigen
Augenblicken auszutauschen. So praktisch sie sind, falsch verwendet können
sie tödliche Gefahren bergen. Zwischen 2010 und 2016 geschahen 45 zumeist
schwere und tödliche Unfälle. Das hat die Berufsgenossenschaft der
Bauwirtschaft (BG BAU) am 12. April 2018 mitgeteilt.

Mit Schnellwechsel-Einrichtungen können Baumaschinenführer im Handumdrehen und
ohne Hilfe einer zweiten Person verschiedene Anbaugeräte austauschen. Moderne
Technik macht es möglich. Doch ist die Einrichtung nicht korrekt verriegelt,
können Anbaugeräte mit Gewichten von bis zu mehreren Tonnen plötzlich und ohne
Vorwarnung vom Ausleger fallen. Für Beschäftigte in unmittelbarer Nähe hat das
dramatische Folgen. "Allein 2017 haben herabfallende Anbaugeräte zwei
Mitarbeiter von Tiefbaufirmen erschlagen, vier Beschäftigte wurden
schwerverletzt. Daher warnen wir davor, Schnellwechselsysteme einzusetzen, ohne
dass Sicherungsmaßnahmen für den Betrieb geplant und umgesetzt sind", sagte
Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG BAU. 

  
"Häufig vergessen Maschinenführer, die Verriegelung per Knopfdruck auszulösen,
wenn der Ausleger und das Anbaugerät zusammen geführt wurden. Den
Bauunternehmen raten wir, beim Kauf von Schnellwechsel-Einrichtungen zu
Systemen, die eine vollständige Verriegelung überwachen oder zu Systemen, die
durch eine Sperre verhindern, dass Anbaugeräte herunterfallen können", so Arenz
weiter. Die BG BAU fördert die Anschaffung solcher Systeme mit Summen bis zu
1.800 Euro.

Nutzen Betriebe Schnellwechsel-Einrichtungen, so ist in jedem Fall die
Gefährdungsbeurteilung anzupassen. Zudem müssen Maschinenführer und andere
Beschäftigte über wirksame Schutzmaßnahmen unterwiesen werden, damit niemand
von herabfallenden oder umkippenden Anbaugeräten getroffen werden kann. "Die
Maschinenführer müssen die von den Herstellern vorgegebenen Tests beim
Gerätewechsel zwingend durchführen. Sie haben die Pflicht, den korrekten Sitz
des Anbaugerätes zu prüfen, damit keine Personen zu Schaden kommen. Und nach
jedem Gerätewechsel müssen die Fahrer persönlich nachsehen und prüfen, ob die
Einrichtung richtig verriegelt ist", erläuterte Arenz.

Unabhängig vom Typ der Schnellwechseleinrichtung dürfen Maschinenführer erst
nach dieser Prüfung die Arbeit mit dem Anbaugerät beginnen. So lange dessen
sicherer Sitz nicht geprüft wurde, darf kein Beschäftigter den Bereich
betreten, in dem er durch herabfallende oder umkippende Anbaugeräte gefährdet
werden könnte. In diesem Zusammenhang hat die BG BAU auf ihr
Präventionsprogramm BAU AUF SICHERHEIT. BAU AUF DICH. hingewiesen. Demnach hat
jeder Beschäftigte das Recht und die Pflicht, kein unnötiges Risiko einzugehen
und damit sein Leben oder das seiner Kollegen aufs Spiel zu setzen.

Weitere Informationen zu den Arbeitsschutzprämien der BG BAU


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft der Bauwrtschaft . BG BAU