03.05.2018

Auf App-Wegen - Lärm messen mit der App empfiehlt sich nicht

Immer mehr Menschen nutzen im Alltag mobile Apps, nicht zuletzt für berufliche
Zwecke. Doch die digitalen Helfer eignen sich nicht für jede Aufgabe, auch wenn
sie zunächst den Anschein erwecken. Das gilt vor allem für sogenannte
Lärm-Apps. Für richtige Lärm-Messungen sind diese nicht geeignet, erklärt das
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
anlässlich des Tages gegen den Lärm am 25. April. Wer Lärmwerte exakt bestimmen
müsse, sollte in jedem Fall Fachleute hinzuziehen.

Ob Nachschlagewerk, Werkzeug oder Messgerät: Millionen von Apps machen das
Smartphone zum multifunktionalen Helfer. Wasserwaage oder Business-Ratgeber
sind in Minutenschnelle heruntergeladen und ersetzen Fachwissen und technisches
Gerät. Dazu zählen auch mehr als 100 Apps zum Messen von Umgebungslärm.
"Gehörschädigender Lärm beginnt ab einem Pegel von 85 dB(A), der täglich über
acht Stunden anhält.", sagt Dr. Florian Schelle, Lärmexperte im IFA. Die
sogenannten Lärm-Apps seien allerdings nicht geeignet zu bestimmen, ob laute
Geräusche - egal wo - tatsächlich über oder unterhalb dieser
gesundheitsgefährdenden Grenze liegen.

Der Grund hierfür ist einfach: Handys filtern bestimmte Frequenzen im
Geräuschspektrum, damit vor allem Sprache gut verstanden und Umgebungsgeräusche
weitestgehend ausgeblendet werden. Diese Filterfunktion kann sich zudem mit
jedem Handyupdate ändern.

Schelle: "Für eine erste, sehr grobe Einschätzung im privaten Rahmen mag die
App auf dem Handy sinnvoll sein. Wenn es aber darum geht, exakt über die Höhe
von Lärmbelastungen zu entscheiden, raten wir von Lärm-Apps dringend ab." Wird
im privaten Bereich eine verlässliche und damit gerichtsfeste Lärmmessung
benötigt, empfiehlt sich der Gang zur Fachstelle. Der Lärmexperte des IFA rät:
"Beauftragen Sie im Zweifelsfall spezielle Ingenieurbüros oder suchen Sie nach
öffentlich bestellten Gutachtern über die Industrie- und Handelskammern. Gibt
es am Arbeitsplatz Probleme mit Lärm, wenden Sie sich an Ihre
Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse."

AplusA-online.de - Quelle: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)