29.11.2018

Atemwegserkrankungen bei Gebäudereinigern

Reinigungschemikalien können zu gesundheitlichen Problemen führen, vor
allem an der Haut aber auch an den Atemwegen. Damit es dazu nicht kommt, sondern
sicher gearbeitet werden kann, wird sich die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft
(BG BAU) bei diesem Thema noch stärker engagieren. "Wir wollen daher unser
Gefahrstoff-Informationssystem (GISBAU) für die Reinigungsprodukte noch weiter
ausbauen und in der Branche bekannter machen", sagte Klaus-Richard Bergmann,
Hauptgeschäftsführer der BG BAU.

"Unser Ziel ist es, dass Reinigungsarbeiten zukünftig ausschließlich mit Produkten
durchgeführt werden, die mit dem Gefahrstoff-Informationssystem-Code (GISCODE)
für Reinigungs- und Pflegemittel gekennzeichnet sind. Auch wir als BG BAU setzen
das um. Für Reinigungsdienstleistungen in unseren Verwaltungsgebäuden wird dies
ein Vergabekriterium sein", erklärte Bergmann. Hintergrund sind Hinweise aus
verschiedenen internationalen Studien zum Auftreten von Atemwegserkrankungen im
Zusammenhang mit Reinigungstätigkeiten. "Auch wenn nur wenige solcher Erkrankungen
im Reinigungsgewerbe als Berufskrankheiten gemeldet werden, gehen wir als BG BAU
der Sache nach", so Bergmann weiter. Denn die meisten Beschäftigten der
Reinigungsbranche sind bei der BG BAU gesetzlich unfallversichert. Ziel ist es,
mehr über die Auslöser der Atemwegsbeschwerden zu erforschen und die Arbeit mit
Reinigungschemikalien noch sicherer zu machen. Bisher ist bekannt, dass es
insbesondere bei Desinfektions- und Bleichmitteln sowie bei Sprühanwendungen zu
Atemwegsproblemen kommen kann.

"Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Bau- und Reinigungsbranche sollen
erkennen können, ob für ihre Beschäftigten beim Umgang mit bestimmten Produkten
eine Gesundheitsgefährdung besteht. Und es sollte deutlich sein, ob solche
Produkte gegen weniger gefährliche ausgetauscht werden können oder welche
Schutzmaßnahmen notwendig sind", so Bergmann. Deshalb hat die BG BAU zusammen
mit Produktherstellern und Sozialpartnern das GISCODE-System entwickelt. Dazu
Bergmann: "Der Einsatz von GISCODE spart den Reinigungsfirmen viel Aufwand und
Zeit und er unterstützt das sichere Arbeiten."

Alle Informationen, die der GISCODE beinhaltet, findet man bei WINGIS-online.
Dort stehen neben umfassenden Informationen über Gefahrstoffe unter anderem
Betriebsanweisungen in 16 Sprachen zur Verfügung. Zusätzlich sind dort
Unterweisungshilfen abrufbar. Über den GISCODE auf dem jeweiligen Produkt, zum
Beispiel GS80 für ätzende Sanitärreiniger, erhält man dann schnell und leicht
verständlich alle notwendigen Informationen.

Für Hersteller und Reinigungsunternehmen wichtig: Das System ist kostenfrei und
wird von der BG BAU ständig weiterentwickelt. Dazu sollen künftig noch mehr
Reinigungsmittel erfasst, Inhaltsstoffangaben zum Teil aktualisiert, Spezial-
reiniger bewertet und Messungen durchgeführt werden. Dieses ehrgeizige Programm
will die BG BAU zusammen mit den Produktherstellern in den kommenden Jahren
umsetzen.

Zur Webseite WINGIS-online


AplusA-online.de - Quelle: Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft - BG BAU