28.02.2019

Arbeitsunfälle auf Allzeit-Tief

Mit 21.772 Fällen ging die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten im Jahr 2017
um 2,5 Prozent zurück. Auch die Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit
sanken um 0,5 Prozent. 954.627 und damit 0,5 Prozent weniger meldepflichtige
Arbeitsunfälle ereigneten sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr. Mit umgerechnet
22,5 Arbeitsunfällen pro 1000 Vollarbeiter wird damit der niedrigste Stand seit
Bestehen der Bundesrepublik erreicht. Die Wegeunfälle hingegen stiegen um rund
2,5 Prozent auf 193.150 Fälle an. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeits-
schutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fielen 2017 etwa 669 Millionen Erwerbstage
durch Arbeitsunfähigkeit aus. Dies führte zu einem Produktionsausfall anhand
der Lohnkosten von 76 Milliarden Euro. Durch Verlust an Arbeitsproduktivität
gingen der deutschen Volkswirtschaft damit rund 136 Milliarden Euro an Brutto-
wertschöpfung verloren.

Im Jahr 2017 war jeder Beschäftigte durchschnittlich 16,7 Tage arbeitsunfähig.
Nach wie vor hat die Diagnosegruppe "Muskel-Skelett-Erkrankungen" mit knapp
einem Viertel (22,5 %) den größten Anteil an den Ausfalltagen aufgrund von
Krankschreibung. Die Diagnosegruppe "Psychische und Verhaltensstörungen" folgt
mit 16 Prozent auf Rang zwei, während "Krankheiten des Atmungssystems" Ursache
für etwa als jeden siebten Ausfalltag (13,9 %) waren.

Die Zahl der Verrentungen aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit blieb insgesamt
stabil. Mit 165.638 Fällen in 2017 gab es einen Rückgang zum Vorjahr um 4,8 Prozent.
Mit 43 Prozent bleiben "Psychische und Verhaltensstörungen" mit großem Abstand
häufigste Ursache für eine vorzeitige Verrentung. Diese und weitere Ergebnisse
enthält der Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" (SuGA), den die
BAuA jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)
erstellt.

Über die statistischen Ergebnisse hinaus wirft der SuGA 2017 auch einen Blick
auf die Entwicklungen von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Dabei
präsentiert er unter anderem Ergebnisse aus der Arbeitszeitbefragung 2017 zur
ständigen Erreichbarkeit und zur Erholung. So gibt mehr als jeder zweite
Vollzeitbeschäftigte (56 Prozent) an, vollständig erholt die Arbeit aufzunehmen.
Mehr als jeder vierte Befragte (28 Prozent) fühlt sich nur teilweise, etwa jeder
sechste (16 Prozent) gar nicht erholt bei Arbeitsbeginn. Der Anteil der Erholten
sinkt mit der Dauer der Arbeitszeit und der Menge der geleisteten Überstunden.
Ebenso wirken sich versetzte Arbeitszeiten und regelmäßige Wochenendarbeit
negativ auf die Erholung aus. Wer erholt die Arbeit beginnt, berichtet über eine
geringere körperliche und emotionale Erschöpfung. Der Einfluss auf die eigene
Arbeitszeit und eine gute Work-Life-Balance wirken sich positiv auf den
Erholungszustand aus. Insbesondere kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit, aber
auch ständige Erreichbarkeit haben einen negativen Einfluss auf die Erholung.

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit - Berichtsjahr 2017.
Unfallverhütungsbericht Arbeit; 1. Auflage; Dortmund: Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2018; ISBN: 978-3-88261-252-3; 286 Seiten;
DOI: 10.21934/baua:bericht20181212. Eine Version im PDF-Format zum Herunterladen
gibt es im Internetangebot der BAuA.

Zum Bericht im PDF-Format zum Download


AplusA-online.de - Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - BauA