18.07.2018

Arbeitsschutz gilt auch für jugendliche Ferienjobber!

Viele Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen möchten in den kommenden
Schulferien durch Ferienjobs ihr Taschengeld aufbessern. Arbeitsminister
Karl-Josef Laumann lobt den Fleiß der Ferienjobber: "Es ist gut, wenn
Jugendliche ihr eigenes Geld verdienen und dabei erste praktische Erfahrungen
in der Arbeitswelt sammeln." Jugendliche bedürfen aber auch bei Ferienjobs
eines besonderen Schutzes, denn noch immer ist die Zahl der Arbeitsunfälle von
Jugendlichen etwa doppelt so hoch wie die ihrer erwachsenen Kollegen. Laumann:
"Das Jugendarbeitsschutzgesetz schützt junge Menschen vor Arbeit, die zu früh
beginnt oder zu spät aufhört, die zu lange dauert, die zu schwer, gefährlich
oder sonst für sie ungeeignet ist. Im Interesse der jungen Leute müssen diese
Regeln unbedingt beachtet und eingehalten werden."

Grundsätzlich ist die Beschäftigung von Kindern verboten. Für Schülerinnen und
Schüler über 13 Jahre gibt es jedoch Ausnahmen, wenn die Eltern zustimmen und
die Beschäftigung leicht und für Kinder geeignet ist, wie z. B. Zeitungen
austragen, Babysitten, oder Nachhilfe - allerdings nur bis zu zwei Stunden
täglich.

Jugendliche über 15 Jahre, die noch nicht volljährig sind, dürfen einen
Ferienjob ausüben, es gelten aber folgende Einschränkungen: So dürfen
Schülerinnen und Schüler an maximal 20 Tagen im Jahr, pro Woche höchstens an
fünf Tagen jobben. Die tägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht
überschreiten. Nachts zwischen 20 und 6 Uhr sowie an Samstagen und Sonn- und
Feiertagen ist die Arbeit für Jugendliche nicht erlaubt.

Für einige Branchen wie Gastronomie, Landwirtschaft sowie Tätigkeiten im
Gesundheitsdienst und im Bäckereihandwerk gelten Ausnahmen: So dürfen
Jugendliche in der Gaststätte, im Krankenhaus oder Altenheim auch an Samstagen
oder Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden. In der Gastronomie dürfen
Jugendliche über 16 Jahre auch bis 22 Uhr jobben.

Jugendlichen dürfen nur Arbeiten durchführen, die sie körperlich nicht
überfordern und die keine gesundheitlichen Gefahren bergen. Fließband- und
Akkordarbeiten sind unzulässig. Der Arbeitgeber hat die Jugendlichen vor der
Arbeitsaufnahme zu unterweisen und auf mögliche Unfall- und Gesundheitsgefahren
hinzuweisen. Verstöße von Arbeitgebern gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz
gelten als Ordnungswidrigkeit und können in schweren Fällen auch als Straftat
verfolgt werden.

Rund um Ferienjobs sind zudem noch folgende Punkte wichtig: Jugendliche sind
bei Ferienjobs über den Arbeitgeber unfallversichert. Für sie fallen keine
Beiträge zu den Sozialversicherungen an. Der Mindestlohn von 8,84 Euro (ab
1.1.2019: 9,19 Euro) pro Stunde gilt nur für erwachsene, jedoch nicht für
minderjährige Ferienjobber.

AplusA-online.de - Quelle: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen