08.06.2017

Arbeiten mit hohem Kraftaufwand: So bleiben Beschäftigte gesund

Beschäftigte aller Branchen üben von Zeit zu Zeit Tätigkeiten mit erhöhtem
Kraftaufwand aus: Überall werden schwere Pakete und Kisten getragen, voll
beladene Transportwagen geschoben oder schwergängige Verschlüsse auf- und
zugeschraubt. In der Regel gefährdet es die Gesundheit nicht, in Einzelfällen
viel Kraft aufzuwenden. Erst wenn Beschäftigte täglich und wiederholt erhöhte
Kräfte einsetzen müssen, können Oberkörper, Schultern, Arme und Hände in
Mitleidenschaft gezogen werden.

Betroffen können Beschäftigte sein, die


  • schwer zugängliche Arbeitsstellen erreichen müssen, beispielsweise Kräne, Freileitungsmasten oder Windenergieanlagen. Dazu müssen sie sich abseilen, auf- oder absteigen und dabei über einen längeren Zeitraum ihr eigenes Köpergewicht halten;

  • in KFZ-Werkstätten, im Baugewerbe, in Handwerks- oder Gartenbaubetrieben arbeiten,

  • ihre Hände als Werkzeug einsetzen und mit viel Kraft drücken,stemmen, klopfen, drehen oder hämmern müssen;

  • in KFZ-Werkstätten und Handwerksbetrieben arbeiten und dabei in einer 8-Stunden-Schicht zusammengefasst mehr als eine Stunde über Kopf mit schwerem Werkzeug arbeiten.

Die Häufigkeit der Tätigkeit kann gefährdend sein

Der menschliche Körper ist für einen zeitlich befristeten, hohen Krafteinsatz
ausgelegt. Auch in ungünstigen bzw. extremen Positionen kann er Kraft ausüben
oder Kräfte, die auf ihn einwirken, gut aushalten. Erst wenn jemand wiederholt
Hände und Arme einsetzen muss, um mit Kraft eine Tätigkeit auszuüben, spricht
man von einer erhöhten Kraftanstrengung. Dazu gehört auch das Arbeiten über
Kopf: Gefühlt sind es manchmal nur ein paar Sekunden. Zusammengerechnet sollten
diese Tätigkeiten aber nicht länger als eine Stunde pro Arbeitsschicht
betragen.

So können sich Beschäftigte schützen

Viel hängt von dem Einsatz ergonomisch optimierter Hilfs- und Arbeitsmittel ab:
Arbeitgeber sollten prüfen, ob durch den Einsatz neuester Technologie die
Arbeitsverfahren so gestaltet werden können, dass die Belastung geringer oder
ganz behoben wird. Auch sollte die Arbeitsorganisation einen häufigen Wechsel
zwischen be- und entlastenden Tätigkeiten ermöglichen, also ein vielfältiges
Aufgabengebiet bieten und genügend Pausenzeiten vorsehen. Beschäftigte sollten
regelmäßig ermuntert werden, die arbeitsmedizinische Vorsorge wahrzunehmen und
im Gebrauch und Einsatz unterstützender Hilfsmittel geschult werden. Eine
Möglichkeit dazu bietet der Rückenparcours der Berufsgenossenschaft Rohstoffe
und chemische Industrie: An vier computer- und videogestützten Stationen testen
Beschäftigte ihr Bewegungsverhalten und lernen anhand der Auswertungen und
Analysen alternative Verhaltensmuster kennen.

Zum Rückenparcours


AplusA-online.de - Quelle: GDA bewegt